Medizinerinnen und Mediziner in Ausbildung hören im fünften Studienjahr keine Vorlesungen an der Uni, sondern arbeiten in einem Spital. Dennoch müssen sie neu Semestergebühren zahlen. Dagegen haben sie am Freitag beim Verwaltungsgericht des Kantons Zürich Beschwerde eingereicht.

Der Fachverein Medizin der Universität Zürich (FVMed) tritt darin nicht nur für angehende Ärztinnen und Ärzte ein, sondern für Studierende aller Fachrichtungen: Absolvierten Studierende ein obligatorisches Praktikum und könnten deshalb während eines ganzen Semesters nicht am Unibetrieb teilnehmen, solle die Kollegiengebühr entfallen.

Neue Kollegiengeldpauschale von rund 1400 Franken

Bisher beschränkte sich die Uni im Praktikumsjahr auf eine administrative Gebühr von 100 Franken, wie der FVMed in einer Mitteilung schreibt. Neu müssen die Studierenden die volle Kollegiengeldpauschale von rund 1400 Franken hinblättern.

Dabei absolvierten sie in diesem fünften Jahr ihr Praktikum in einem Spital im In- oder Ausland - selbst organisiert und bei einer Wochenarbeitszeit von gut 50 Stunden, entlöhnt mit grade mal durchschnittlich 900 Franken im Monat, so der FVMed. Vorlesungen an der Uni besuchen sie nicht.

Mit der laut FVMed ungerechtfertigt erhobenen Gebühr nehme die Uni pro Jahr rund 300'000 Franken mehr ein - ohne dafür mehr Gegenleistungen zu erbringen.

Wegen ECTS-Punkten

Die Uni begründet die Neuerung damit, dass im Praktikumsjahr ECTS- Punkte erworben werden müssen. Diese Punkte sind wichtig für Fortgang und Abschluss des Studiums. Punkte zu sammeln, sei aber nur möglich, wenn jemand an der Uni eingeschrieben sei. Und wer eingeschrieben sei, müsse die Kollegiengeldpauschale zahlen.

Der FVMed will dies nicht hinnehmen, wie er schreibt. Er werde dabei unterstützt von der Medizinischen Fakultät. Andere Unis der Schweiz hätten im Übrigen bereits auf den Missstand reagiert. Alle bisherigen Versuche, Abhilfe zu schaffen, seien gescheitert, heisst es in der Mitteilung. Deshalb habe der FVMed beschlossen, den juristischen Weg einzuschlagen.