Bezirksrat
Keine Sonderbehandlung für Hortnerinnen der Stadt Zürich

Rückschlag für Hortleiterinnen und Hortleiter in der Stadt Zürich: Der Bezirksrat hat entschieden, dass die Branche kein Anrecht hat auf eine besonders grosszügige Ferienregelung.

Anna Wepfer
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Das Bezirksgericht lehnte den Rekurs der Gewerkschaft VPOD im Namen des Hortleitungspersonals der Stadt Zürich ab. (Symbolbild)

Das Bezirksgericht lehnte den Rekurs der Gewerkschaft VPOD im Namen des Hortleitungspersonals der Stadt Zürich ab. (Symbolbild)

Keystone

Er stützt einen Beschluss des Zürcher Stadtrats und lehnt einen Rekurs der Gewerkschaft VPOD in erster Instanz ab. Hintergrund ist ein neues Reglement, das die Stadt Zürich auf Anfang Jahr in Kraft gesetzt hat. Dieses hebt bisher gültige Ferienprivilegien für Hortleiterinnen auf und schafft gleiche Verhältnisse für alle städtischen Angestellten. Bis zum 49. Altersjahr bekommen sie demnach vier Wochen Ferien pro Jahr, ab 50 gibt es eine zusätzliche Woche, ab 60 deren zwei. Hinzu kommen für alle sechs Betriebsfeiertage jährlich.

Drei Wochen weniger Ferien

Aus Sicht der Hortleiterinnen und Hortleiter ist diese Regelung ein markanter Rückschritt. Denn sie bekamen bis Ende 2013 deutlich mehr Ferien: Für unter 30-Jährige gab es fünf Wochen, ab 30 Jahren sechs, ab 40 sieben und ab 50 sogar acht Wochen. Die Einbusse ist für Personen zwischen 40 und 50 Jahren am grössten. Sie erhalten neu vier statt sieben Wochen Ferien.

Dagegen hat der VPOD im Namen des Hortpersonals im vergangenen Mai rekurriert. Er wies damals darauf hin, dass die Spezialregelung bereits seit Jahrzehnten gilt und es keinen Grund gebe, gerade jetzt über die Bücher zu gehen. Die Regelung sei zudem im Jahr 2000 im Rahmen einer Besoldungsrevision gefestigt worden. Damals wurden die Hortleiterinnen aus Sicht des VPOD zu tief eingestuft – in der Lohnstufe 9 statt 10. Aufgrund der grosszügigen Ferienregelung sei man gegen diese Fehleinschätzung aber nie vorgegangen.

Die zusätzlichen Ferienwochen sind laut der Gewerkschaft auch aus einem zweiten Grund gerechtfertigt. Sie sollen die Hortleiterinnen dafür entschädigen, dass sie in ihrem Job speziell belastet würden. So könne man im Hort die vorgesehenen Pausen (zweimal eine Viertelstunde pro Tag) nicht einhalten. Eine Mittagspause gebe es auch nicht, weil die Essenszeit für die Betreuer gerade die strengste Phase des Tages sei.

Die Stadt hat für diese Argumente jedoch keine offenen Ohren. Ein Grund ist, dass der VPOD den angeblichen Lohnstufen-Ferien-Kompromiss aus dem Jahr 2000 nicht schriftlich belegen kann. Auch die fehlenden Pausen lässt die Stadt nicht als Grund für eine Spezialbehandlung gelten. Es gebe beispielsweise in der Pflege auch andere Berufe mit Zusatzbelastungen, argumentierte sie zu einem früheren Zeitpunkt. Für die dortigen Angestellten gebe es auch nicht mehr Ferien.

VPOD fordert Lohnerhöhung

Dass der Bezirksrat die Haltung der Stadt nun stützt, empört den VPOD, wie er gestern in einer Mitteilung schrieb. Die Kürzung des Feriensaldos komme einer Lohnreduktion von 2,1 bis 6,8 Prozent gleich. «Wenn die Anpassung der Ferienregelung als notwendig und gerechtfertigt erachtet wird, muss dies mit einem entsprechenden Lohnausgleich verbunden sein», fordert die Gewerkschaft. Sie prüft nun, den Entscheid vor Verwaltungsgericht anzufechten.

Das zuständige Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich nahm gestern keine Stellung. Man werde sich erst äussern, wenn das Verfahren definitiv abgeschlossen sei, sagte ein Sprecher.