Passiert ist glücklicherweise nichts, als der Lokführer der S2 den Zürcher Hauptbahnhof trotz geschlossenem Abfahrtssignal verliess. Nach 100 Metern bemerkte der Lokführer seinen Fehler auf dem Gleisfeld und leitete eine Bremsung ein, wie der «Tages-Anzeiger» am Freitag schreibt.

Wegen des enormen Passagieraufkommens wird die S2 nach Effretikon auf zwei Kursen in Dreifachkompositionen mit 300 Metern Länge geführt. Zu lang für das Gleis 52 beim provisorischen Bahnhof Sihlpost. Die Zugführer haben aus diesen Kompositionen keinen Blick auf das Abfahrtssignal, weil dies weiter hinten steht.

Reto Schärli, Sprecher der SBB, erklärt gegenüber dem «Tages-Anzeiger», dass man 2010 das äussere Abfahrtssignal für die 300-Meter-Züge nach hinten verschieben musste. Grund sei der Bau einer Rampe zum neuen Unterirdischen Bahnhof Löwenstrasse gewesen.

Es sei ungewöhnlich, aber für diesen speziellen Fall gäbe es ein ganz bestimmtes Prozedere, so Schärli weiter. Der Lokführer müsse sich via Telefon beim Stellwerk melden, dass ihm die Abfahrtserlaubnis erteilt werde.

Der Lokführer unterliess diesen Anruf am Dienstagmorgen und musste deshalb seinen Zug anhalten und durch einen anderen Lokführer ausgewechselt werden. (pas)