Kostenreduktion
Keine Rückkehrberatungen vom Roten Kreuz im Flughafengefängnis

Der Kanton Zürich kündigt per Ende Jahr den Vertrag mit dem Roten Kreuz. Im Rahmen des Projekts «Détention» führte das SRK über lange Zeit Beratungsgespräche mit Ausschaffungshäftlingen im Flughafengefängnis durch.

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Das Flughafengefängnis Zürich (Archiv)

Das Flughafengefängnis Zürich (Archiv)

Keystone

In Zukunft soll das zuständige Sozialamt die Ausreisegespräche übernehmen. Rückkehrberatungen werde es im kommenden Jahr keine mehr geben.

Urs Grob, Sprecher der Zürcher Sicherheitsdirektion, erklärt gegenüber der «NZZ», dass diese Umstrukturierung eine Folge der am 1. April in Kraft getretenen Asylverordnung sei.

Die Beratungsleistung durch das Sozialamt führe zu einer Kostenreduktion. Der Kanton zahlte bis anhin 270 000 Franken pro Jahr für die Rechts- und Rückkehrberatung, wobei das Schweizerische Rote Kreuz (SRK) jeweils einen Drittel der Kosten übernahm.

Im Zug der Umstrukturierung können die Kosten auf etwa 130 000 Franken gesenkt werden, erklärt Grob weiter.

Das SRK ist mit diesem Entscheid nicht zufrieden und pocht auf ihre hohe Glaubwürdigkeit bei den Flüchtlingen. Für die Betroffenen sei es einfacher die unangenehmen Entscheide zu akzeptieren, wenn ein neutrales Hilfswerk die Beratung übernehme, heisst es von Seiten des SRK Zürich.

Das SRK will nun mit dem Bund und dem Kanton im Gespräch bleiben. Ein Gesuch für eine Leistungsvereinbarung beim Bund soll helfen, dass die Organisation weiterhin am Flughafen präsent sein könne.

(pas)