Der Verband Kindergarten Zürich (VKZ), die Gewerkschaft VPOD und der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) sowie diverse Einzelkläger hatten sich bei der Bildungsdirektion über die Löhne der Kindergartenlehrpersonen beschwert. Nachdem diese das Begehren jedoch abgelehnt hatte, wandten sie sich ans Verwaltungsgericht.

Das Gericht nehme keine Stellung dazu, ob der Lohn für Kindergärtnerinnen und Kindergärtner im Kanton richtig oder falsch sei, heisst es im am Montag veröffentlichten Urteil. Deren Entlöhnung sei aber im Vergleich zu neutralen oder typischen Männerberufen nicht diskriminierend, hält das Urteil fest.

Gestiegene Anforderungen

Die Beschwerdeführenden wiesen darauf hin, dass sowohl die beruflichen als auch die psychischen Anforderungen gestiegen seien und deshalb höher bewertet werden müssten. So finde die Ausbildung neu an einer Fachhochschule statt und schliesse mit einem Bachelor ab. Zudem habe die Belastung im Berufsalltag zugenommen.

Das Verwaltungsgericht fand jedoch keine Anhaltspunkte dafür, wie es im Urteil heisst. Für die Zulassung zur Ausbildung brauche es nach wie vor keine Matur. Die Einstufung erweise sich insgesamt auch heute noch als sachgerecht. Das Gericht betont auch, dass bei der Bewertung von Kindergartenlehrpersonen keine Diskriminierung bezogen auf Vergleichsberufe bestehe.

Auch den Einwand, die Entlöhnung beruhe auf einem zu tiefen Pensum, wies das Verwaltungsgericht ab. Kindergartenlehrpersonen müssen nach Gesetz 23 Pflichtstunden pro Schulwoche leisten, was einem Pensum von 87 Prozent entspricht. Es liege in der Verantwortung der Lehrpersonen, nicht bedeutend mehr als diesen Richtwert zu arbeiten, schreibt das Gericht.

Tieferes Pensum gerechtfertigt

Das tiefere Pensum der Kindergärtnerinnen und Kindergärtner sei zudem auch im Vergleich zu Berufsschullehrpersonen nicht diskriminierend. Aufgrund der Unterrichtszeit der Kinder bestünden überdies objektive Gründe dafür, dass den Lehrpersonen nicht ein 100-Prozent-Pensum angeboten werden könne.

Kindergärtnerinnen und Kindergärtner hätten aber das Recht, im Umfang von 13 Stellenprozenten einer anderen Beschäftigung nachzugehen, schreibt das Gericht. Bei der Festlegung der Präsenzzeiten müsste darauf Rücksicht genommen werden.

Die Klägerinnen reagierten sehr enttäuscht auf das Urteil. Dass das Verwaltungsgericht vollumfänglich der Bildungsdirektion folge, sei nicht nachvollziehbar, sagte Regina Stauffer von der Gewerkschaft VPOD auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Klägerinnen prüfen nun, ob sie das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen wollen.