Stadt Zürich
Keine Kulanzzeit mehr: Neues Verfahren führt zu 20,7 Prozent mehr Parkbussen

Die Zahl der Parkbussen in der Stadt Zürich hat im vergangenen Jahr um 20,7 Prozent zugenommen. Grund dafür ist, dass die Stadtpolizei neu nach Ablauf der Parkzeit und Einhaltung einer Kulanzzeit sofort Bussen ausstellt. Bis Ende 2015 wartete die Stadtpolizei bei Kontrollen trotz abgelaufener Parkuhren inklusive Kulanzzeit noch länger ab.

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Die bisher gewährte Kulanzzeit von zehn Minuten wurde zunehmend als zusätzliche Parkzeit wahrgenommen.

Die bisher gewährte Kulanzzeit von zehn Minuten wurde zunehmend als zusätzliche Parkzeit wahrgenommen.

Keystone

Die überdurchschnittliche Zunahme bei der Zahl der Parkbussen könne zu einem beachtlichen Teil auf die Anpassung der sogenannten Kontrollzeiten zurückgeführt werden, teilte die Stadtpolizei Zürich am Donnerstag mit.

Per 1. Januar 2016 passte sich die Stadt Zürich anderen Gemeinden im Kanton Zürich sowie den Kantonen Bern und St. Gallen an. Gemäss Mitteilung lassen die Erfahrungen den Schluss zu, dass die bisher gewährte Kulanzzeit zunehmend als zusätzliche Parkzeit wahrgenommen wurde.

Neben den 503'888 Parkbussen stellte die Stadtpolizei Zürich 502'291 Bussen beim Fliessverkehr aus. Dies ist eine Abnahme um rund 0,3 Prozent. Zudem wurden 3500 sogenannte übrige Übertretungen erfasst - hauptsächlich wegen Verstössen gegen die Allgemeine Polizeiverordnung APV, das Hundegesetz und wegen Besitz und Konsum von Cannabis bis 10 Gramm.

Insgesamt nahm die Stadt Zürich 2016 bei den Ordnungsbussen 63,2 Millionen Franken ein. Budgetiert waren 59,9 Millionen Franken. 93,3 Prozent der Ordnungsbussen wurden direkt bezahlt und die übrigen via Strafverfolgungsbehörden erledigt.