Zürich

Keine Jokertage für Kantonsschüler: Regierungsrat lehnt Einzelinitiative ab

Mit 13 Wochen Ferien wären Gymnasiasten gegenüber Lehrlingen heute bereits privilegiert, meint der Regierungsrat und lehnt die Einzelinitiative ab. (Archiv)

Die geltende Absenzenregelung an den Zürcher Gymnasien habe sich bewährt: Der Zürcher Regierungsrat will deshalb an den Mittelschulen keine Jokertage einführen - er spricht sich gegen eine entsprechende Einzelinitiative aus.

Zweimal im Jahr sollen Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler gemäss der Einzelinitiative unbegründet einen Freitag beziehen können: An der Volksschule seien derartige Jokertage eine Selbstverständlichkeit und würden von allen Beteiligten geschätzt, hiess es in der Begründung zur Initiative.

Gymnasiasten hätten angesichts des "strengen Absenzenwesens kaum eine Chance, ausserordentlichen Anlässen beizuwohnen, die für sie persönlich äussert wichtig sind". Es seien nicht nur die Schüler, sondern die gesamte Familie, die von Jokertagen profitieren könnten.

Der Regierungsrat hält davon aber nichts: Bereits heute hätten Gymnasiasten die Möglichkeit, auf begründetes Gesuch hin Urlaub zu erhalten. "Solche Urlaube werden insbesondere für die Teilnahme an Sportanlässen, für kulturelle Engagements, Familientreffen und weitere Anlässe von grossem persönlichen Interesse gewährt."

Mit Jokertagen stiege die Zahl der Absenzen an, was einen kontinuierlichen Unterricht erschweren würde, glaubt der Regierungsrat. Er befürchtet zudem durch notwendige Kontrollen und zu erarbeitende Reglemente einen "erheblichen organisatorischen Aufwand".

Die Situation an einer Mittelschule liesse sich auch nicht vergleichen: Mit 13 Wochen Ferien im Jahr seien Gymnasiasten gegenüber Lehrlingen bereits heute privilegiert, hält der Regierungsrat fest. Und in Bezug auf die Volksschule, an der Jokertage vorgesehen sind, schreibt er: "Anders als bei jüngeren Schülern haben die Eltern von Mittelschülern in vielen Fällen kaum mehr Einfluss auf eine sinnvolle Verwendung von Jokertagen".

Der Kantonsrat hatte die Einzelinitiative, welche von Gymnasiasten im Rahmen eines Semesterprojekts erarbeitet wurde, im Oktober 2015 mit 108 Stimmen vorläufig unterstützt. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat nun, diese Initiative ohne Gegenvorschlag definitiv abzulehnen.

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