Bahnhofstrase Zürich
Keine Einigung gefunden: Unia blockiert die Zara-Baustelle immer noch

Der Arbeitskonflikt auf der Zara-Baustelle an der Zürcher Bahnhofstrasse ist auch nach einer Woche noch nicht gelöst. Die Gewerkschaft Unia blockierte auch am Montag den Innenausbau der neuen Zara-Grossfiliale im Bally-Haus.

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Bereits seit einer Woche blockiert die Unia den Innenausbau der neuen Zara-Filiale, doch eine Einigung des Arbeitskonfliktes scheint nicht in Sicht.

Bereits seit einer Woche blockiert die Unia den Innenausbau der neuen Zara-Filiale, doch eine Einigung des Arbeitskonfliktes scheint nicht in Sicht.

Keystone

Man sei in der Lösung des Konfliktes leider nicht weitergekommen, sagte Unia-Sprecher Lorenz Keller auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Nach wie vor zeige Zara kein Entgegenkommen. Der Kontakt mit dem Modeunternehmen sei schwierig.

Die Gewerkschaft wirft der Mieterin Zara und der Hausbesitzerin PSP Swiss Property massives Lohndumping und systematischen Betrug vor.

Die rund 50 Arbeiter, die für den Innenausbau angestellt wurden, erhalten gemäss Unia Tiefstlöhne von nur 900 bis 2000 Euro. Dafür müssten sie bis zu 60 Stunden an sechs Tagen pro Woche arbeiten.

Gefälschte Dokumente

Belege und Arbeitszeitrapporte würden systematisch gefälscht, sagte Keller. Die Arbeiter würden dazu angehalten, falsche Arbeitszeiterfassungen zu unterschreiben und Kontrolleuren zu sagen, dass sie Schweizer Löhne verdienten.

Angestellt sind die Arbeiter von der Firma Goainvest. Diese gehört zu 100 Prozent der spanischen Inditex, dem Zara-Mutterhaus. In der Verantwortung steht nach Ansicht der Gewerkschaft aber auch die Hausbesitzerin, die PSP Swiss Property. Dort sieht man sich jedoch nicht für die Anstellungsbedingungen von Zara-Angestellten zuständig. Man kenne auch die Verträge nicht, hiess es bei PSP Swiss Property auf Anfrage.

Ob der Zeitplan für die Eröffnung nun trotz Blockade immer noch eingehalten werden kann, ist unklar. Das geplante Eröffnungsdatum war am Montag bei Zara nicht zu erfahren. Für eine Stellungnahme war niemand zu erreichen.