Die heute 70-jährige Frau hat während eines Streits Ende September 2011 in betrunkenem Zustand ihren gehbehinderten, herz- und lungenkranken Ehemann mit einem Küchenmesser angegriffen und schwer verletzt. Nach einer Verurteilung vor dem Bezirksgericht Pfäffikon, bei der die Freiheitsstrafe zugunsten einer ambulanten Massnahme aufgeschoben worden war, zog der Staatsanwalt den Fall vors Obergericht weiter. 

Der Staatsanwalt habe eine Erhöhung des Strafmasses sowie die Fortführung der therapeutischen Massnahmen im Gefängnis beantragt, berichten heute verschiedene Medien. Der Frau gehe es laut ihren eigenen Aussagen nicht gut: Seit einem Selbstmordversuch im Februar 2013 könne sie einen Arm nicht mehr bewegen und sei auf die Hilfe der Spitex angewiesen. Ihre Alkohl- und Medikamentenabhängigkeit habe sie überwunden. Trotzdem tuen ihr die Gespräche mit der Therapeutin gut. Ihren Ehemann besuche sie mehrmals wöchentlich im Altersheim, ihr Verhältnis sei gut. 

Den Wunsch der Frau, nicht ins Gefängnis zu müssen, erfüllt ihr das Obergericht nicht. Die Freiheitsstrafe sei bei 5 Jahren belassen worden. Das tiefe Strafmass komme aufgrund der verminderten Schuldfähigkeit der Frau und ihres Verhaltens nach der Tat, als sie sofort die Ambulanz rief, zustande. Zudem habe es sich nur um einen Eventualvorsatz und einen Versuch gehandelt. Aufgrund bundesgerichtlicher Rechtssprechung könne der Strafvollzug aber nicht aufgeschoben werden. Die Suchtbehandlung werde aber mittels einer Therapie im Vollzug fortgeführt, sofern das "Messer-Grosi" die Strafe überhaupt antreten kann: Das hänge nämlich von ihrem Gesundheitszustand ab. (fwa)