Bundesgericht
Kein Strafverfahren gegen "Blick"-Journalisten wegen übler Nachrede

Der "Blick" hat korrekt über einen ehemaligen Wirtschaftsprofessor der Uni Zürich berichtet, der eine Frau sexuell belästigt hatte. Das hat das Bundesgericht entschieden.

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Das Bundesgericht gab dem «Blick» Recht.

Das Bundesgericht gab dem «Blick» Recht.

Keystone/CHRISTIAN BRUN

Der ehemalige Professor war im Dezember 2011 vom Bezirksgericht Zürich wegen versuchter Nötigung verurteilt worden. Das Obergericht bestätigte den erstinstanzlichen Schuldspruch und sprach den Mann zudem der mehrfachen sexuellen Belästigung schuldig. Beschwerde und Revisionsgesuch vor Bundesgericht blieben ohne Erfolg.

Der damals rund 40-Jährige hatte in den Räumen des Akademischen Sportverbands Zürich (ASVZ) den Kontakt zu einer Frau gesucht. Diese wollte jedoch nichts von ihm wissen. Er verunglimpfte sie daraufhin mit einem SMS und einem Mail, beschimpfte sie und fasste sie unsittlich an. Die Frau sah sich gezwungen, ihren Wohnort zu wechseln und ein neues Fitnesscenter zu suchen.

Berichterstattung nicht herabsetzendÜber den Prozess berichtete unter anderem der "Blick". Im Februar 2012 erhob der ehemalige Zürcher Uni-Professor Strafantrag wegen übler Nachrede gegen den Journalisten und den verantwortlichen Bildredaktor der Zeitung. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren im Juli 2013 jedoch ein und nahm kein Verfahren gegen unbekannt an die Hand.

Das Obergericht wies eine dagegen gerichtete Beschwerde ab. Vor Bundesgericht beantragte der Mann, den obergerichtlichen Beschluss aufzuheben. Die Staatsanwaltschaft sei anzuhalten, ihre Untersuchung zu vervollständigen und mit einer Anklage beim Bezirksgericht Zürich abzuschliessen.

Das Bundesgericht stützt in seinem am Dienstag publizierten Urteil den Entscheid der Vorinstanz. Es kommt wie diese zum Schluss, dass die Berichterstattung korrekt und nicht unzulässig herabsetzend gewesen sei. (Urteil 6B_1242/2014 vom 15.10.2015)