Die Klagen wegen Ruhestörung gingen in der Zeit zwischen Juni 2015 und Juli 2016 ein. Einige Anwohner fühlten sich wegen Partys und lärmigen Arbeiten im Gebäudeinnern gestört. Man habe die Urheber des Lärms aber nicht eruieren können, weshalb die Verfahren eingestellt würden, teilte das Stadtrichteramt am Freitag mit.

Das besetzte Areal liess im vergangenen Herbst bei Politikern und Anwohnern die Wogen hochgehen. Sicherheitsvorsteher Richard Wolff (AL) musste das Dossier auf Druck des Gesamtstadtrates schliesslich abgeben, weil er persönlich befangen war. Seine volljährigen Söhne sind in der Hausbesetzer-Szene aktiv und verkehrten damals auch auf dem Koch-Areal.

Aufsichtsverfahren gegen Wolff

Statthalter Mathis Kläntschi leitete wegen der langen Untätigkeit in Sachen Lärmbelästigung ein Aufsichtsverfahren gegen Wolff ein. Wann es abgeschlossen wird, ist unklar. Beim Statthalteramt war am Freitagnachmittag niemand erreichbar.

Mittlerweile habe sich die Lärmsituation beruhigt, sagte Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne), der mittlerweile für das Dossier zuständig ist, an einer Medienkonferenz im November. Die Besetzer würden sich an die Lärmvorschriften halten, welche die Stadt seit Oktober durchsetze. Eine Räumung auf Vorrat lehnt der Stadtrat aus Prinzip ab.

FDP will Areal verkaufen

Noch hängig ist eine Volks-Initiative der FDP, die das Areal an einen privaten Bauherren verkaufen will, damit das Gelände schneller als geplant überbaut werden kann. Nach dem Zeitplan der Stadt sollen die Baumaschinen erst 2021 auffahren. Bis dahin sollen die Besetzer bleiben können. Die FDP hat noch bis April Zeit, die fürs Zustandekommen nötigen Unterschriften zu sammeln.