Die Mehrheit der Gegner sprach sich für die Individualbesteuerung aus und fand, der Ball liege beim Bund.

Gefordert wurde das Steuersplitting mit einer Motion von GLP, CVP und BDP. Für verheiratete Paare und Paare in eingetragener Partnerschaft sei ein Splitting der Einkommenssteuer vorzunehmen, lautete die Forderung. Unterstützt wurde das Anliegen von SVP und EVP.

"Diese Motion ist zuckersüss und macht gluschtig", denn viele hätten das Gefühl, sie könnten profitieren, sagte Finanzdirektor Ernst Stocker (SVP). Die Fakten zeigten aber, dass heute nicht alle Verheirateten mehr Steuern bezahlten. "Wenn Sie diese Motion überweisen, öffnen Sie die Büchse der Pandora", warnte er.

"Ehe auch aus ökonomischer Sicht erstrebenswert machen"

Verheiratete und unverheiratete Paares würden seit Jahrzehnten steuerlich ungleich behandelt, kritisierten die Motionäre. Um die Ungleichheit zu beheben, sei im Prinzip schweizweit die Individualbesteuerung anzustreben, auf kantonaler Ebene sei dies jedoch nicht umsetzbar.

Ein absolut gerechtes Steuermodell sei nicht zu erreichen, aber eine Schlechterstellung der Verheirateten um 8 Prozent sei zu hoch, sagte Daniel Sommer (EVP, Affoltern am Albis). Die Ehe solle "auch aus ökonomischer Sicht erstrebenswert gemacht" werden.

Das Steuersplitting sei ein überholtes Modell und könne zu neuen Ungerechtigkeiten führen, meinte Benedikt Gschwind (SP, Zürich). Zeitgemäss sei die getrennte Besteuerung. Diese forcieren will auch die FDP. Die Individualbesteuerung würde die Steuererklärung "massiv vereinfachen", wie Alex Gantner (Maur) sagte. Durch das Splitting würde sie dagegen "viel komplexer".

Die EDU lehnte die Motion ab, weil sie grundsätzlich für die gemeinsame Besteuerung von Eheleuten sei, wie Erich Vontobel (Bubikon) sagte. Eine Steuerentlastung habe über weitere Abzüge zu erfolgen.