Kanton Zürich
«Kein Rütteln am Handschütteln»: Zürcher Lehrerverband will keine Sonderregelung

Soll es muslimischen Schülern erlaubt sein, dem Lehrpersonal den Handschlag zu verweigern? Der Zürcher Lehrerverband sowie auch der islamische Dachverband Zürich sprechen sich gegen spezielle Regeln für muslimische Schüler aus.

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Morgens, acht Uhr in Zürcher Klassenzimmern: Die Lehrerin begrüsst ihre Schüler vor Schulbeginn mit einem warmen Händedruck und heisst sie so willkommen. Das gehöre zum Schulalltag dazu, wie Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands, gegenüber «Tele Züri» sagt. Es sei ein wertvolles Ritual zwischen Schülern und Lehrern.

Daran möchte man auch nichts ändern. Zwar solle jeder Lehrer und jede Lehrerin selbstständig entscheiden können, wie sie die Begrüssungszerenomie handhaben möchten, dennoch spricht sie sich gegen die Einführung von speziellen Regelungen für muslimische Schüler aus.

Auch Sakib Halilovic, Vorstand des islamischen Dachverbands Zürich (VIOZ), äussert sich zu der Debatte. Sein Sohn besucht eine Zürcher Primarschule; dort gehört der morgendliche Händedruck ebenfalls zum Schulalltag. Das soll auch so bleiben, findet der Imam aus Schlieren und bezieht sich auf den Koran, der nur Berührungsgrenzen aufzeichne, die zu Unzucht führen könnten - also ausserhalb des Begrüssungsrituals liegen.

Sonderregelung für muslimische Schüler in Basel

Nachdem sich zwei Schüler an der Baselbieter Schule in Therwil geweigert hatten, der Lehrerin zur Begrüssung die Hand zu geben, entflammten schweizweit Debatten, ob Sonderregelungen angebracht wären. An der Sekundarschule Therwil wurde eine Vereinbarung mit muslimischen Schülern abgeschlossen, die es ihnen erlaubt, den Lehrerinnen die Hand nicht zu schütteln.

Die Schulleitung hat diesen Entscheid bislang nicht kommentiert und bezieht am Montag Stellung dazu.