Leta Filli, Mediensprecherin von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ), bestätigte am Mittwoch eine Meldung der «Neuen Zürcher Zeitung», wonach für die Fernwärmeversorgung der Bau eines neuen, sechs Kilometer langen Versorgungskanals geplant ist.

Die KVA Josefstrasse ist Anfang 2011 aus der kantonalen Abfallplanung entlassen worden: Sie ist für die Kehrichtentsorgung in der Stadt und im Kanton Zürich nicht mehr nötig. Diese Aufgabe haben die Anlagen Hagenholz/Aubrugg übernommen. Dafür wird in der Josefstrasse Kehricht aus Süddeutschland verbrannt.

Diese versorgen auch den grössten Teil des insgesamt 150 Kilometer langen Fernwärmenetzes in der Stadt Zürich. Lediglich Zürich-West wird von der KVA Josefstrasse aus versorgt.

Bis 2020 läuft die Lebensdauer der letzten Verbrennungslinie in der Josefstrasse ab. Die erste Verbrennungslinie soll bereits in diesem Jahr abgebrochen werden.

Sechs Kilometer langer neuer Kanal

Bevor die Anlage in der Josefstrasse aber völlig stillgelegt werden kann, muss die Wärmeversorgung in Zürich-West sichergestellt sein. Dafür müssen die beiden heute unabhängig voneinander funtionierenden Wärmeversorgungen verbunden werden. Dies soll durch einen neuen, sechs Kilometer langen Kanal geschehen.

Derzeit entstehen Machbarkeitsstudien für diesen Kanal, der später einmal die Limmat entweder unter- oder überqueren muss. Bis 2014 soll ein konkretes Projekt für das 60 Millionen Franken teure Bauwerk vorliegen.

Vier Jahre später soll dann die ganze Fernwärmeversorgung von der Anlage Hagenholz/Aubrugg aus funktionieren. Wiederum zwei Jahre danach wird dann das letzte Stündlein der KVA Josefstrasse schlagen.

Finanzierung durch Kehricht aus Deutschland

Noch offen ist laut Leta Filli, was der Abbruch der KVA Josefstrasse kosten wird. Aber sowohl die Rückbaukosten als auch der neue Kanal könnten aus dafür geäufneten Reserven bezahlt werden. Die Erlöse aus der Verbrennung des Abfalls aus Süddeutschland finanziere diese Vorhaben.

Nach dem Abbruch der KVA Josefstrasse wird der grösste Teil des 14'000 Quadratmeter grossen Geländes frei werden für neue Nutzungen. Unmittelbar daneben liegt jenes Gelände, das - neben dem Busparkplatz am Hauptbahnhof - als möglicher Standort für ein neues Kongresszentrum zur Debatte steht. (sda)