Ökumene

Katholische Kirchenleitung ist gegen Symbolon-Eucharistiefeier

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Von der auf Samstag in Dübendorf angesagten Eucharistiefeier der ökumenischen Tischgemeinschaft Symbolon distanziert sich die offizielle katholische Kirche. Die Reformierten haben für diese Haltung Verständnis.

Ökumene an sich ist aber beiden Seiten ein Anliegen.

Am kommenden Samstag will die ökumenische Tischgemeinschaft Symbolon, eine private Organisation, in Gfenn bei Dübendorf eine gemeinsame, katholisch/reformierte Eucharistiefeier zelebrieren. Drei reformierte Pfarrer, ein orthodoxer und zwei katholische Priester wollen daran teilnehmen. Allerdings verbieten die katholische und die orthodoxe Kirche dies strikt.

Gerhard Traxel, selbst reformierter Pfarrer und Präsident der ökumenischen Tischgemeinschaft, zeigte sich gegenüber der Nachrichtenagentur «sda» nicht überrascht von der ablehnenden Haltung der offiziellen Kirche.

Man habe die Eucharistiefeier dem Papst und seinem Ökumene-Minister Kardinal Koch, der Schweizer Bischofskonferenz sowie dem Generalvikariat Zürich in einem Schreiben theologisch begründet, «weshalb es so etwas geben muss». Sie aber hätten auf der formalen Ebene geantwortet. Darauf wolle man sich bewusst nicht einlassen. «Es sind zwei verschiedene Sprachen», so Traxel.

Falscher Schritt

Als Generalvikar für die Kantons Zürich und Glarus, distanziere er sich von der geplanten Eucharistiefeier, schreibt Generalvikar Josef Annen in einem Communiqué vom Montag. Damit werde ein falscher Schritt «in den drängenden Anliegen der Ökumene» getan.

Mit ihrer Teilnahme liessen die «beteiligten Amtsträger» den Eindruck entstehen, sie könnten im Namen ihrer Kirchen Eucharistie- und Kirchengemeinschaft proklamieren. Das stimme aber nicht und führe «unweigerlich zu Irritationen und Enttäuschungen».

Kirchenratspräsident Michel Müller versteht die Besorgnis, wie er zur Nachrichtenagentur sda sagte. Er teile die Auffassung, dass ein solches Manifest ein falsches Zeichen sei.

Er findet es auch «unwürdig, eine Eucharistiefeier zur Demonstration zu machen». Zwar seien nach reformierter Auffassung «alle eingeladen an den Tisch des Herrn». Man könne aber das eigene theologische Verständnis anderen nicht aufzwingen.

Laut Arnold Landtwing, Sprecher des Generalvikariates, ist die Tischgemeinschaft Symbolon nicht die erste private Organisation, welche eine Veranstaltung durchführt, die von den kirchlichen Entscheidungsträgern nicht mitgetragen wird. Es komme immer wieder vor, dass private Gruppen «einen Schritt weiter» seien, als die offizielle Kirche.

Zahlreiche Ökumene-Projekte

Konfessionsübergreifende Zusammenarbeit ist im Kanton Zürich seit Jahren ein Thema. Sowohl von der katholischen wie von reformierter Seite weist man auf konkrete Projekte hin. Besonders wichtig ist hier vor allem die breite Anerkennung der Taufe.

Zwischen Katholiken und Reformierten gilt dies seit Jahrzehnten. Neu gibt es auch Zustimmung von Methodisten, Anglikanern, Lutheranern und einigen orthodoxen Gemeinschaften. Auch die Baptisten sperrten sich nicht, wenn denn jemand die Kindertaufe anerkenne, sagte Müller. Im kommenden Jahr soll laut Landtwing ein gemeinsames Dokument veröffentlicht werden.

Seit Jahren führen Katholiken und Reformierte zudem gemeinsam die Bahnhofskirche, das Aids- und das Flughafen-Pfarramt. Seit Anfang Jahr wird die Notfallseelsorge ökumenisch geführt. Und es gebe «dauernd solche Projekte», so Kirchenratspräsident Müller.

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