Zürich
Kapitalismus-Protest im Viadukt schadet Gleichgesinnten

Heute feiert die Einkaufsstrasse «Im Viadukt» ihr fünfjähriges Bestehen. Dies haben Kapitalismusgegner zum Anlass genommen, um mehrere Schaufenster zu verschmieren. Nur: Der Mieter des betroffenen Lokals ist die katholische Kirche.

Flurina Dünki
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Die Farbbomben der Yuppie-Feinde trafen den Begegnungsort der katholischen Kirche.

Die Farbbomben der Yuppie-Feinde trafen den Begegnungsort der katholischen Kirche.

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Heute früh zierten grüne Schmierereien mehrere Schaufenster des «Viadukts» im Zürcher Kreis 5. Verübt worden ist dies offensichtlich von militanten Kapitalismusgegnern, die in den Konsum-Bögen ein kapitalistisches Symbol sehen.

«Das Viadukt ist zum Symbol der Stadt im Kapitalismus des 21. Jahrhunderts geworden», schreibt der sich zur Farb-Attacke auf das Viadukt bekennende Autor auf der Aktivisten-Webseite indymedia. Er nennt sich «yuppie.feind» und lässt sich in seinem Bekennerschreiben über jene jungen Leute aus, die ihre Kreativität in den Dienst des Kapitalismus stellen.

Unglücklich nur, dass es ausgerechnet die Fenster von «Jenseits» traf, einem von der katholischen Kirche betriebenen Begegnungsraum für junge Erwachsene aller Kulturen.

Das Kulturangebot "Jenseits" ist ein Begegnungsort für junge Menschen.

Das Kulturangebot "Jenseits" ist ein Begegnungsort für junge Menschen.

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«Jenseits» wurde der Raum benannt, weil er gerade nicht Teil der Konsumwelt und des alltäglichen Konkurrenzdruckes sein will. Er ist ein offenes, auf Dialog abzielendes Angebot der katholischen Jugendkirche, wo man ohne Konsumzwang Zeitschriften lesen, das W-Lan nutzen oder einfach verweilen kann. Die meisten im «Jenseits» stattfindenden Veranstaltungen, darunter Konzerte, Workshops und Diskussionsrunden, sind kostenlos.

Die Viaduktnacht ist an sich schon farbig genug.

Die Viaduktnacht ist an sich schon farbig genug.

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Im Viadukt gibt es durchaus Mieter, die das bescheidene Portemonnaie ausschliesen. Vielleicht gucken die Aktivisten bei der nächsten Aktion besser hin, und bewirft einen von den echten Kapitalisten mit Farbe.