Jugendgewalt
Kantonsrat will mehr wissen über Koordinationsgruppe Jugendgewalt

Der Zürcher Kantonsrat will wissen, womit sich die 2008 vom Regierungsrat eingesetzte Koordinationsgruppe Jugendgewalt befasst und welche Erfolge sie erzielt.

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Der Zürcher Kantonsrat (aufgenommen bei der Budgetdebatte im Jahr 2012)

Der Zürcher Kantonsrat (aufgenommen bei der Budgetdebatte im Jahr 2012)

Keystone

Er überwies am Montag ein Postulat der FDP mit 109 zu 52 Stimmen, welches einen entsprechenden Bericht fordert.

2008 wurde bei der Bildungsdirektion die Stelle eines Beauftragten für Massnahmen gegen Gewalt im schulischen Umfeld gegründet. Zu deren Aufgaben gehört die Leitung der Koordinationsgruppe Jugendgewalt. Mit dem Beschluss des Kantonsrats vom Montag muss nun der Regierungsrat einen Bericht über diese Gruppe verfassen.

«Wir wollen wissen, was diese Gruppe tut und was sie erreicht», sagte Carmen Walker Späh (FDP, Zürich). Es gehe nicht darum, fallweise informiert zu werden, etwa in einem Fall «Carlos». Doch gerade beim Thema Jugendgewalt sei es wichtig, dass das Parlament wisse, was läuft. «Damit wird Vertrauen geschaffen», so Walker Späh.

Eine periodische Überprüfung dieser Gruppe mache Sinn, sagte auch Daniel Hodel (GLP, Zürich). «Mit dem Bericht kann die Arbeit der Gruppe überprüft und die Gruppe dadurch gerade legitimiert werden.» Auch die Grünen und die EVP erachteten eine Dokumentation über die Arbeit der Gruppe als sinnvoll.

Abnehmende Jugendgewalt

Die SVP hingegen betonte, dass die Fälle von Jugendgewalt in letzter Zeit stets abgenommen hätten, wie Barbara Steinemann (Regensdorf) sagte. Es müsse deshalb in diesem Bereich auch nicht mehr informiert werden.

Es sei ja gerade erfreulich, dass die Jugendgewalt abgenommen habe, sagte Mattea Meyer (SP, Winterthur). Die Koordinationsgruppe sei aber nach wie vor wichtig. «Die zuständigen Stellen können sich absprechen und vernetzen», sagte Meyer.

Die Koordinationsgruppe Jugendgewalt besteht aus 13 Mitgliedern. Geleitet wird sie von Enrico Violi, dem kantonalen Beauftragten für Gewalt im schulischen Umfeld.

In der Gruppe vertreten sind der Jugenddienst der Kantonspolizei, die Jugendanwaltschaft, die Fachstelle für Integrationsfragen, die Kommission für Kindesschutz, die Fachberatung «Gewalt, Kinderschutz, Suizid» der Pädagogischen Hochschule Zürich, das Volksschulamt, das Mittelschul- und Berufsbildungsamt sowie das Amt für Jugend und Berufsberatung.