Dass das Fracking-Verfahren in absehbarer Zeit im Kanton Zürich angewendet werden könnte, glauben weder Befürworter noch Gegner. Der Kanton mit seinen zahlreichen Oberflächengewässern und Grundwasservorkommen sei der denkbar schlechteste Standort für diese Technologie, sagte Daniel Heierli (Grüne, Zürich).

Martin Neukom (Grüne, Winterthur) sprach von einer "Schnapsidee", die in den USA entwickelt worden sei. In Kalifornien habe man Trinkwasserprobleme, weil das Grundwasser versaut worden sei. Deshalb sei Fracking in einzelnen Regionen verboten worden. Den gleichen Fehler dürfe man im Kanton Zürich nicht machen.

Verbot ist nicht zielführend

Gegen ein Fracking-Verbot votierten FDP, SVP und CVP. Die FDP sei grundsätzlich gegen Technologieverbote, sagte deren Sprecherin Barbara Franzen (Niederwenigen). Ein Verbot sei nicht zielführend und hemme die Innovation.

Die Befürworter stellten sich auf den Standpunkt, der Schutz der Umwelt sei über die strikte Anwendung der Gesetze anzustreben. Über Bewilligungen oder Konzessionen könne sichergestellt werden, dass es nicht zu negativen Auswirkungen auf die Umwelt kommen könne.

Durck Fracking werden Chemikalien in den Boden gepumpt, damit eingeschlossenes Erdgas gelöst werden kann

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Auch der Regierungsrat lehnte die Motion der Grünen ab. "Zum heutigen Zeitpunkt würde ich auch ein klares Veto gegen ein Fracking-Projekt einlegen", sagte Baudirektor Markus Kägi (SVP). Die Technologie dürfe jedoch nicht verteufelt werde. Es sei gut möglich, dass das Verfahren in Zukunft als Chance genutzt werden können. Dazu brauche es allerdings noch umfangreiche wissenschaftliche Abklärungen.

Gesetz über die Nutzung des UntergrundsAuf eine rechtliche Grundlage stellen will der Kantonsrat die Nutzung des Untergrundes, etwa für die Geothermie. Ein entsprechendes Postulat von FDP und SVP wurde vom Rat mit 154 gegen 13 Stimmen an den Regierungsrat überwiesen. Gefordert wird darin unter anderem ein Versicherungsobligatorium für die Konzessionsnehmer und Betreiber von Geothermieanlagen.

Der Vorstoss rennt offene Türen ein. Ein Gesetzesentwurf für die Nutzung des Untergrunds ist bereits erarbeitet. Diesen will der Regierungsrat noch diesen Herbst in eine breite Vernehmlassung geben, wie Baudirektor Kägi ausführte.