Energie

Kantonsrat will Heizungen das Öl abdrehen

Kantonsrat unterstützt ETH-Vorstoss gegen Öl- und Gasheizungen. (Symbolbild)

Kantonsrat unterstützt ETH-Vorstoss gegen Öl- und Gasheizungen. (Symbolbild)

Bis in 18 Jahren soll es im Kanton Zürich keine Öl- und Gasheizungen mehr geben. Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag eine entsprechende Einzelinitiative mit 73 zu 49 Stimmen unterstützt. Eingereicht wurde sie von über 40 Forschenden, darunter viele von der ETH.

Die Einzelinitiative verlangt zwar kein Verbot von Gas- oder Ölheizungen. Sie strebt aber an, den CO2-Ausstoss von Heizungen schrittweise auf Null zu senken, indem künftig keine neuen Gas- oder Ölanlagen mehr installiert werden.

Angesichts der Lebensdauer von Heizanlagen wäre der Kanton Zürich somit etwa ab Mitte der 2030er-Jahre frei von Gas- und Ölheizungen - ohne dass Hausbesitzer bestehende Anlagen abstellen müssten.

73 Kantonsrätinnen und Kantonsräte gaben dem Anliegen ihre Stimme. Sie stammten von Grünen, GLP, SP, AL und EVP.

60 Stimmen waren für eine vorläufige Unterstützung nötig. Der Ball liegt nun beim Regierungsrat, der Bericht und Antrag dazu verfassen wird. Dann kommt das Anliegen erneut in den Rat.

"Klimaschutz konkret"

Es lohne sich, diesen Vorschlag auf Herz und Nieren zu prüfen, begründete die EVP ihre Unterstützung. "Nichts tun ist keine Alternative", sagte Daniel Sommer (Affoltern a. Albis).

Die GLP beurteilte das Anliegen als realistisch. Für die Grünen ist es "Klimaschutz konkret". "Es ist keine Frage der technischen Machbarkeit, sondern des politischen Willens."

Die SP war zwar der Ansicht, dass eigentlich der Bund für die Emissionsbegrenzung zuständig sei. Das Ziel sei aber richtig.

Weniger Aufbruchstimmung herrschte im bürgerlichen Lager. Für Cornelia Keller (BDP, Gossau) stimmt zwar die Richtung, aber der Zeitplan sei unrealistisch.

"Gesinnungswandel braucht Zeit." Die FDP kritisierte neben dem Zeitplan vor allem, dass mit der Einzelinitiative auch Erd- und Biogas verboten werden soll.

Gleicher Meinung war die CVP, die daran erinnerte, dass viele Gemeinden in den vergangenen Jahren die Gasnetze ausbauten.

Diese würden mit der Initiative wertlos. Für die SVP ist der Vorstoss eine "Hauruck-Übung", die Eigentumsrechte einschränke.

Die EDU wiederum bezweifelt, dass es überhaupt einen Klimawandel gibt. Das Klima sei schon immer in Bewegung gewesen.

Das Eis der letzten Eiszeit sei ja auch ohne jegliche Ölheizung geschmolzen. "Die Klima-Hysterie ist kein Grund, Hausbesitzer mit solchen Forderungen zu strapazieren", sagte Michael Welz (Oberembrach).

Kritik von HEV und Swissoil

Ebenfalls gegen die Einzelinitiative sind erwartungsgemäss der Hauseigentümerverband des Kantons Zürich (HEV) und der Dachverband Swissoil, der die Brennstoffhändler vertritt.

Der HEV begrüsst es in einer Mitteilung zwar, dass sich die Wissenschaft aktiv um Lösungen zur Energiewende bemüht.

Es sei aber fragwürdig, wenn politische Vorstösse dazu genutzt würden, um Energiesysteme gegeneinander auszuspielen.

Wichtig sei zudem das Augenmass, schreibt der HEV. Es brauche keine weiteren Vorschriften, sondern gezielte Anreize, etwa über Steuern.

Der Dachverband Swissoil zeigte sich in einer Mitteilung enttäuscht über das Abstimmungsverhalten des Kantonsrates.

Die Einzelinitiative greife auf unverhältnismässige Art und Weise in die Eigentumsrechte von Hauseigentümern ein.

Wie ein Gebäude beheizt wird, soll gemäss Swissoil auch weiterhin der Markt regeln und nicht die Politik.

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