Coronavirus
Kantonsrat verlangt verbindliche Vorgaben zu Fernunterricht

Im Anbetracht der steigenden Corona-Fallzahlen beauftragt der Kantonsrat die Bildungsdirektion dazu, Vorgaben für den Fernunterricht zu anzuordnen.

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Der Kantonsrat will einheitliche Vorgaben für den Fernunterricht an den Zürcher Schulen. Er hat einen entsprechenden Vorstoss überwiesen. Im Bild eine Gymnasiastin beim Unterricht zuhause. (Archivbild)

Der Kantonsrat will einheitliche Vorgaben für den Fernunterricht an den Zürcher Schulen. Er hat einen entsprechenden Vorstoss überwiesen. Im Bild eine Gymnasiastin beim Unterricht zuhause. (Archivbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Angesichts der wieder steigenden Corona-Zahlen dürfte der Fernunterricht an Zürcher Schulen noch länger ein Thema bleiben. Der Kantonsrat hat am Montag entschieden, dass die Bildungsdirektion den Gemeinden dabei verbindliche Vorgaben machen soll.

Das Parlament stimmte einem dringlichen Postulat von GLP, SP und FDP mit 91 zu 81 Stimmen zu. «Wir sehen, dass die Corona-Krise noch nicht ausgestanden ist», sagte GLP-Kantonsrat und Lehrer Christoph Ziegler (Elgg). Deshalb sei es wichtig, dass die Bildungsdirektion jetzt vorausschauend Massnahmen erarbeite.

Im Lockdown habe der Kanton die Verantwortung vollständig an die Gemeinden delegiert. Für die Zukunft wären einige Vorgaben nun aber sicher gerechtfertigt. «Wir wollen Vorgaben zum Unterricht - zum Schutz der Kinder, der Lehrpersonen und der Eltern, wenn die andere Seite übersteigerte Erwartungen hat», sagte Ziegler.

Unterstützung erhielt die GLP von der SP. «Nicht weil wir das den Lehrerinnen und Lehrern nicht zutrauen», sagte Carmen Marty Fässler (Adliswil). In der ersten Welle hätten die Schulen das ja gut gemeistert. Doch es brauche nun Grundsätze und Leitlinien. «Ein klares Konzept würde die Gemeinden entlasten.»

Es gehe um Minimalstandards, sagte Marc Bourgeois (FDP, Zürich). «Vor allem, was Stoffumfang, Korrekturen und den Einsatz der Förderlehrpersonen betrifft, wären Vorgaben hilfreich.» Da gebe es bei den Gemeinden grosse Unterschiede.

«Digitaler Klassengraben»

SVP, Grüne, CVP und AL waren dagegen, den Gemeinden beim Fernunterricht dreinzureden. Vorgaben durch den Kanton seien unnötig, sagte SVP-Matthias Hauser (Hüntwangen), der selber Lehrer ist. Die Schulen seien bereits gut ausgerüstet.

Ausnahmsweise gleicher Meinung wie die SVP war die AL. Der Vorstoss sei nicht notwendig. Nötig seien vielmehr Massnahmen gegen den «digitalen Klassengraben», den der Lockdown zu Tage gefördert habe, sagte Judith Stofer (Zürich). Nicht alle Eltern seien digital affin oder hätten genügend Geld für Geräte.

Rund 250 Kinder und Jugendliche in Quarantäne

Auch Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) hielt ein verbindliches Konzept aus ihrer Direktion für unnötig. Die Angebote für den digitalen Unterricht würden laufend erweitert, die Lehrer würden den Unterricht aber individuell gestalten. Sie muss den Auftrag aus dem Parlament nun aber dennoch annehmen und ein Konzept ausarbeiten.

Aktuell sind im Kanton Zürich rund 250 Kinder und Jugendliche in Quarantäne und werden wieder aus der Ferne unterrichtet.

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