Der Kantonsrat hat eine Revision des Kirchengesetzes mit 153 Ja- zu 0 Nein-Stimmen bei 12 Enthaltungen angenommen, die den Kirchgemeinden mehr Autonomie bringen soll. Die Revision wurde angestossen durch die Fusionsbemühungen der reformierten Zürcher Landeskirche.

In der Stadt Zürich ist geplant, dass aus den heute bestehenden 33 Kirchgemeinden unter Zunahme der Kirchgemeinde Oberengstringen eine einzige entsteht.

Kirchgemeindeversammlungen wären in dieser Grössenordnung nicht mehr durchführbar, urteilte der Regierungsrat. Er sieht unter anderem vor, dass die fusionierten Zürcher Kirchgemeinden Parlamente schaffen können.

Regierungsrat Ernst Stocker (SVP) sagte am Montag: "Im Hinblick auf die Stadt Zürich erachten wir diese Möglichkeit als sinnvoll." Nach einer erfolgreichen Fusion umfasst die reformierte Kirchgemeinde Zürich nämlich rund 80'000 Personen.

Nichts wissen wollte der Kantonsrat davon, dass Teile von Kirchgemeinden eine Pfarrperson wählen können. Martin Farner (FDP, Oberstammheim) schlug vor, die Gemeinden könnten Pfarrwahlkommissionen bilden. Der Entscheid habe auf der Ebene der Kirchgemeinde zu fallen und nicht in einem ihrer Teile.

Mehr Spielraum bei Liegenschaften

Ferner betrifft die Revision die kirchlichen Liegenschaften. Der Kanton hat seit 1964 praktisch alle kirchlichen Gebäude, die er besessen hatte, an die Kirchen übergeben. Die Liegenschaften sollten weiterhin kirchlichen Zwecken dienen - so lautete die Auflage des Kantons.

Wegen der stetig sinkenden Mitgliederzahlen hat die Kirche für viele Liegenschaften keine Verwendung mehr. Trotzdem muss sie für den Unterhalt aufkommen. Um die Kirchgemeinden zu entlasten, lockert der Kanton nun die Zweckbindung und reduziert sie auf 20 Jahre. Er erleichtert auch die Umnutzung von Kirchen oder Pfarrhäusern.