Die Verkehrsbetriebe Zürichsee und Oberland (VZO) bauen auf dem Scheller-Areal in Wetzikon ein neues Busdepot und richten in den beiden Obergeschossen Schulräume ein. Der Regierungsrat wollte diese mieten, um die Bedürfnisse der Berufsfach- und Mittelschulen im Raum Uster-Wetzikon abdecken zu können.

Mit 140 zu 0 Stimmen sprach sich der Kantonsrat für einen Kredit von insgesamt 42,88 Millionen Franken für die Anmietung, den Ausbau und die Ausstattung der zusätzlichen Flächen aus. Er ergänzte die Vorlage aber mit einem Passus, welcher vom Regierungsrat verlangt, mit den VZO Kaufverhandlungen über die beiden Stockwerke aufzunehmen.

Quer durch die Parteien war man sich einig, dass eine Miete bei Schulräumen nicht die ideale Lösung sei. Besitzerin des VZO-Neubaus in Wetzikon ist die Volkswirtschaftsdirektion. Die GLP etwa befürchtete deshalb, dass nun "langwierige und komplizierte Nachverhandlungen" zwischen den beiden Direktionen für den Kauf anstehen.

Keine Quersubventionierung

"Der Mieter, die Bildungsdirektion, hält bei diesem Bauvorhaben 40 Prozent am Aktienkapital des Vermieters", sagte die FDP-Sprecherin. SVP und FDP kritisierten deshalb die "Quersubventionierung" zwischen der Bildungs- und der Volkswirtschaftsdirektion.

Die CVP sprach derweil aber von einer Win-Win-Situation. Mit der Doppelnutzung könne das Areal optimal genutzt werden. Es falle gar nicht ins Gewicht, wer der Besitzer ist, betonte die Partei. Die Gewinne oder Verluste würden so ohnehin in die Kasse des Kantons fliessen.

Bildungsdirektorin Silvia Steiner (CVP) versprach dem Rat, mit den Verkehrsbetrieben Kaufverhandlungen aufzunehmen. Mit dem Neubau könnten der dringend benötigte Schulraum für die Schulen der Sekundarstufe II auf dem Platz Wetzikon realisiert und der zusätzliche Flächenbedarf abgedeckt werden.

Im Erdgeschoss ist das VZO-Busdepot und der Aufenthaltsraum für das Fahrpersonal geplant. In den zwei Obergeschossen werden 37 Klassenzimmer, Gruppenräume, zwei Turnhallen, eine Mensa sowie ein Schulleitungs- und Verwaltungsbereich eingerichtet. Zudem soll es Lager- und Nebenräume für die Schulnutzung geben.