Das Departement Gesundheit der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) zieht um in die Halle 52 auf dem Winterthurer Sulzerareal. Der Zürcher Kantonsrat hat am Montag die Objektkredite für Miete, Mieterausbau und Spezialausbau im Umfang von rund 107,5 Millionen Franken ohne Gegenstimme bewilligt.

Das in Gehdistanz zum Winterthurer Bahnhof gelegene Sulzerareal sei für die ZHAW ideal gelegen, sagte Kommissionspräsident Pierre Dalcher (SVP, Schlieren). Mit dem Ausbau der Gesundheitsausbildungen erbringe die ZHAW einen wichtigen Beitrag gegen den Fachkräftemangel im Gesundheitswesen.

Kritik an Mietsituation

Dass das Projekt in einer Mietliegenschaft realisiert wird, wurde von Vertreterinnen und Vertretern fast aller Fraktionen kritisiert. Für den Kanton komme das Projekt teurer zu stehen als ein eigenes Gebäude des Kantons, der dank des guten Ratings günstig Kredite aufnehmen könnte. Die Lösung verunmögliche auch die direkte Mitsprache des Parlaments. Eigentümerin ist die Implenia Immobilien AG.

Die vom Kantonsrat zu bewilligenden Mietkosten von über 81 Millionen Franken entsprechen laut Dalcher auch nicht den Gesamtkosten für die Miete, da die Nebenkosten nicht enthalten seien. Gutgeheissen wurde der Kredit mit 170 zu 0 Stimmen. 19,5 Millionen für den Mieterausbau wurde mit 165 zu 0 Stimmen und weitere 6,9 Millionen Franken für einen Spezialausbau mit 162 zu 0 Stimmen bewilligt.

Künftig solle der Kanton bei der Schulraumplanung möglichst auf kantonseigene Gebäude setzen, verlangten zahlreiche Votanten. "Leider eignet sich nicht jedes Areal, das dem Kanton gehört", sagte Bildungsdirektorin Regine Aeppli (SP). Im vorliegenden Fall habe es eben keine Alternative gegeben. Sulzer habe das gesamte "Sulzerareal" an Implenia verkauft mit der Bedingung, es integral bestehen zu lassen und nicht einzelne Teile zu verkaufen.