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Kantonsrat gibt Gewerbe einen Korb und wählt SVP-Mann Ramseyer

Die Nachfolge für den zurückgetretenen Ernst Fischer (SVP, Rüschlikon) im Zürcher Bildungsrat hat im Kantonsrat für heftige Diskussionen gesorgt. Letztlich obsiegte in der Kampfwahl zwischen der SVP und der FDP der SVP-Kantonsrat Samuel Ramseyer.

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Kantonsrat Zürich

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Limmattaler Zeitung

Zehn Stimmen entschieden am Schluss die geheim durchgeführte Wahl. Auf den 60-jährigen pensionierten Berufsmilitär der SVP fielen 89 Stimmen, auf den 49-jährigen Messerschmied und FDP-Kantonsrat Werner Scherrer aus Bülach 80 Stimmen. Das absolute Mehr lag bei 86 Stimmen.

Unterstützung erhielt der Bildungspolitiker der SVP natürlich vor allem aus seiner eigenen Partei sowie von der EVP, den Grünliberalen und der EDU. Ziemlich sicher konnte er auch auf mehrere Stimmen aus dem Lager der Grünen zählen. Esther Guyer (Zürich) bezeichnete die Wahl nämlich als «sehr schwierige Aufgabe».

SVP-Kantonsrat Samuel Ramseyer

SVP-Kantonsrat Samuel Ramseyer

Zur Verfügung gestellt

Ramseyer sei ein echter Bildungspolitiker mit grosser Sachkompetenz in Bildungsthemen. Der SVP-Kantonsrat ist Präsident der Bildungskommission. «Die Haltung seiner Partei in Schulfragen ist aber höchst problematisch», sagte Guyer. Die Kenntnisse von FDP- Kantonsrat Scherrer im Bereich der Volks- und der Mittelschule bezeichnete Guyer als «ungenügend».

Gewerbeverband nominierte FDP-Mann

Der Wahl vorausgegangen waren Spannungen zwischen der SVP und dem kantonalen Gewerbeverband (KGV). Dieser wollte mit seinem Vizepräsidenten Scherrer den Sitz des Gewerbes im Bildungsrat verteidigen. Der KGV hatte den FDP-Kantonsrat für die Wahl nominiert. KGV-Präsident ist SVP-Nationalrat Hans Rutschmann, Geschäftsführer SVP-Kantonsrat Martin Arnold.

Scherrers Wählerinnen und Wähler im Kantonsrat setzten am Montag dann auch auf seine Verankerung im Gewerbe. Es sei wichtig, dass kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Bildungsrat vertreten seien, sagten etwa Vertreter der FDP und der CVP. Es gehe hier nicht um die Parteizugehörigkeit oder um Partikularinteressen.

Auch die SP wählte Scherrer und betonte, wie wichtig es sei, dass auch die Lehrbetriebe im Bildungsrat vertreten seien. Der FDP-Mann sei als Gewerbler genau der richtige Nachfolger für Ernst Fischer. «Es braucht im Bildungsrat jemanden, der sich auskennt in der Berufsbildung», sagte Markus Späth (Feuerthalen).

Auch Regierungsrat schlug Scherrer vor
Scherrer war auch vom Regierungsrat zur Wahl vorgeschlagen worden. In der Kommission für Bildung und Kultur unterlag der FDP- Mann dem SVP-Mann dann ganz knapp. Der neunköpfige Bildungsrat bestimmt im Kanton Zürich über pädagogische Fragen in Volks-, Mittel- und Berufsfachschulen und legt zum Beispiel die Stundentafeln fest.

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