Schulwahl

Kantonsrat gegen freie Schulwahl für Sek-Schüler

Kantonsrat hält nichts von der freien Schulwahl an der Sekundarschulstufe der Volksschule. Ein Postulat wurde abgelehnt.

Kantonsrat hält nichts von der freien Schulwahl an der Sekundarschulstufe der Volksschule. Ein Postulat wurde abgelehnt.

Der Kantonsrat hält nichts von der freien Schulwahl an der Sekundarschulstufe der Volksschule. Er hat am Montag ein Postulat der FDP klar mit 117 zu 31 Stimmen abgelehnt, das vom Regierungsrat die Ausarbeitung der nötigen Grundlagen verlangte.

Die FDP gewann nur wenig Unterstützung aus anderen Fraktionen für ihr Anliegen. Der Regierungsrat wäre zur Entgegennahme des Vorstosses bereit gewesen. Demnächst muss sich das Parlament erneut mit der Frage der freien Schulwahl befassen: Mit der Volksinitiative «Ja! Freie Schulwahl für alle ab der 4. Klasse!» der Elternlobby Zürich.

An den Mittelschulen im Kanton Zürich gibt es bereits heute grundsätzlich die freie Wahl. Sie hat sich gemäss FDP bewährt. Die Sekundarschulen sollten gemäss den Postulanten auch die Möglichkeit erhalten, «sich eine Identität zu geben und so für ihre Schulkultur auch zu werben».

Geringere Verankerung der Volksschule?

Nach Ansicht von FDP-Sprecherin Marlies Zaugg (Richterswil) sollten Schülerinnen und Schüler an Sekundarschulen die gleichen Chancen wie jene an den Kantonsschulen haben. Ein gewisser Wettbewerb unter den Schulen führe zu einer Verbesserung der Qualität, ist sie überzeugt.

Mehr Wettbewerb führe nicht zu mehr Qualität der Schulen, fand dagegen Matthias Hauser (SVP, Hüntwangen). Er befürchtete auch eine geringere Verankerung der Volksschule in den Gemeinden und steigenden Organisationsaufwand.

Freisinniges Missverständis

Für die freie Schulwahl gebe es keinen Bedarf, meinten Esther Guyer (Grüne, Zürich) und Kathrin Susanne Meier (SP, Zürich). Das Anliegen sei grundsätzlich abzulehen, fügte Corinne Thomet (CVP, Kloten) an. Die freie Schulwahl ist laut Andreas Erdin (GLP, Wetzikon) «ein freisinniges Missverständnis».

«Ein wildes Durcheinander an Zürcher Schulen», befürchtete Kurt Leuch (EVP, Oberengstringen). Es drohe aber auch eine Ghettobildung und die Zwei-Klassen-Gesellschaft. Die Schulen hätten eine geringere soziale Durchmischung, wenn sie frei gewählt werden könnten. (sda)

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