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Kantonsrat erteilt Volksinitiative «Für faire Ferien» eine Abfuhr

Zwei Touristen liegen am Strand

Zwei Touristen liegen am Strand

Der Zürcher Kantonsrat will den kantonalen Angestellten keine 5. Ferienwoche zugestehen. Er hat am Montag die kantonale Volksinitiative «Für faire Ferien» mit 105 zu 60 Stimmen zur Ablehnung empfohlen. SP, EVP und Grüne unterstützten das Anliegen.

Die Initiative verlangt mindestens fünf Wochen Ferien pro Jahr für das Personal im öffentlichen Dienst. Dieser Anspruch soll im kantonalen Personalgesetz festgeschrieben werden. Das Volksbegehren hatten der Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) Zürich sowie der Kaufmännische Verband (KV) im Oktober 2009 eingereicht.

Der Vertreter der FDP verwies auf die geschätzten Mehrkosten von 44 Millionen Franken, welche die Einführung einer fünften Ferienwoche mit sich brächten. Dies sei angesichts der angespannten Finanzlage des Kantons nicht verkraftbar.

SP für mehr Ferien

Die Sprecherin der SVP sagte, Anstellungsbedingungen müssten immer als Gesamtpaket betrachtet werden. Der Kanton habe nämlich durchaus «manchen Trumpf» in der Hand. So trügen etwa die grosszügigen Regelungen des Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaubs mehr zur Attraktivität als Arbeitgeber bei als eine fünfte Ferienwoche.

SP, Grüne und EVP lobten das Anliegen der Initiative hingegen als wichtiges Zeichen der Wertschätzung gegenüber den kantonalen Angestellten. «Es braucht mehr als ein Danke und einen feuchten Händedruck», sagte etwa der Vertreter der EVP.

Ungewisse Zukunft - kleiner finanzieller Spielraum

Finanzdirektorin Ursula Gut (FDP) räumte zwar ein, dass eine fünfte Ferienwoche die Attraktivität als Arbeitgeber steigern würde. Anderseits bestünden bereits verschiedene grosszügige Regelungen, darunter die Möglichkeit, bis zu 15 Arbeitstage pro Jahr zu kompensieren.

«Als grösstes Hindernis» bei der Einführung der Initiative bezeichnete Gut aber die Kosten, die den Staatshaushalt stark belasten würden. Angesichts der ungewissen Zukunft sei der finanzielle Spielraum des Kantons klein, betonte sie.

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