Zürich
Kantonspolizei hilft mit "Opfertelefon" Geschädigten – und sich selbst

Opfer von Gewaltdelikten oder Überfällen erhalten wenige Tage nach der Tat einen Anruf von der Zürcher Kantonspolizei. Dies dient dem Zweck, die Betroffenen zu beruhigen, Transparenz zu schaffen und die eigenen Ermittlungen voranzutreiben.

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Der direkte Draht zu Opfern bringt beiden Seiten Vorteile.

Der direkte Draht zu Opfern bringt beiden Seiten Vorteile.

Keystone

Seit Anfang Jahr setzt die Kantonspolizei Zürich auf eine neue Praxis, um Opfer von Einbrüchen, Überfällen oder Gewaltdelikten besser betreuen zu können: Rund drei Tage nach der Tat ruft sie bei den Betroffenen noch einmal an und erkundigt sich nach deren Befinden, desweiteren gibt sie auch Auskunft über den Stand der Ermittlungen.

Dieses sogenannte "Opfertelefon" hat sich in der Praxis bewährt, teilt Franz Bättig, Chef der Regionalpolizei beim Kanton Zürich, dem "Regionaljournal Zürich Schaffhausen" mit. Für Opfer sei es deshalb so wichtig, weil der direkte Kontakt zum Täter oder dessen Eindringen in die eigene Privatsphäre grosse Verunsicherung zurücklasse. "Selbst nach Monaten erhalten wir viele Meldungen von Opfern, welche sich nicht mehr alleine zurück in die Wohnung trauen oder schlaflose Nächte haben."

Betroffenen werde mit dem Telefonat ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Der Aufwand lohnt sich jedoch auch für die Polizei; denn häufig vergessen die Opfer im ersten Schock Details zur Tat, an welche sie sich einige Tage später wieder erinnern können. Diese neuen Erkenntnise helfen der Polizei, ihre Ermittlungen voranzutreiben.