Der Regierungsrat beendet das Projekt - unter anderem, weil der Kantonsrat das Geld gestrichen hatte.

Die Vernehmlassung habe gezeigt, dass das Projekt nicht mehrheitsfähig sei, heisst es in der Mitteilung des Regierungsrats vom Donnerstag. Zudem habe das Parlament die entsprechenden Mittel für 2014 in der Budgetdebatte gestrichen. 10 Millionen Franken waren jährlich dafür vorgesehen.

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist eine von mehreren Massnahmen, mit denen der Regierungsrat die Attraktivität des Kantons als Arbeitgeber steigern wollte. Eine Projektgruppe hatte deshalb verschiedene Möglichkeiten evaluiert, die Mitarbeitenden befragt sowie Angebote anderer Arbeitgeber abgeklärt.

Die grösste Kritik - nebst dem fehlenden Geld - betraf den "beträchtlichen administrativen Aufwand", wie der Regierungsrat schreibt. Als schwer lösbares Problem zeigte sich das grosse Einzugsgebiet der Mitarbeitenden und die Tatsache, dass die Arbeitsplätze sich über den ganzen Kanton verteilen.

Die meisten Mitarbeitenden wollen ihre Kinder am Wohn- und nicht am Arbeitsort betreuen lassen. Dies spreche sowohl gegen ein eigenes, kantonales Angebot als auch gegen einen Einkauf in ein externes Angebot, heisst es weiter. Schliesslich erschien nur noch ein finanzieller Beitrag an die Eltern als realisierbar.

Personalverbände fordern neuen, besseren Anlauf

Die Vereinigten Personalverbände (VPV) bedauern, dass keine mehrheitsfähige Lösung gefunden werden konnte, wie sie in einer Mitteilung schreiben. Auch sie hatten den "überbordenden Verwaltungsaufwand" kritisiert. Die VPV erwartet nun vom Regierungsrat, dass er möglichst bald eine neue, bessere Vorlage ausarbeiten lässt.

Der Verband des Personals öffentlicher Dienste (vpod) hofft, dass der Kanton die verpasste Chance nun nutzt und trotzdem Massnahmen ergreift, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern. Solche seien dringend nötig, heisst es in der Mitteilung.

Der vpod weist aber auch auf jene Betroffenen hin, die erwachsene Angehörige pflegen. Auch für sie wären unterstützende Massnahmen wichtig, schreibt der Verband. Er kritisiert zudem, dass von vielen kantonalen Abgestellten eine hundertprozentige Verfügbarkeit verlangt würde - auch von Teilzeitangestellten.