Zürich

Kantonsangestellte bekommen Vaterschaftsurlaub nicht verlängert

Die Verdopplung des Vaterschaftsurlaub von fünf auf zehn Tage findet keine Mehrheit.

Die Verdopplung des Vaterschaftsurlaub von fünf auf zehn Tage findet keine Mehrheit.

Der bezahlte Vaterschaftsurlaub für das Zürcher Kantonspersonal soll nicht verlängert werden: Die zuständige Kommission des Kantonsrats lehnt dies ab, da der Kanton bereits eine grosszügige Gleitzeitregelung kenne. Zudem fehle ihm auch das Geld.

Das Zürcher Staatspersonal hat heute gemäss kantonalem Personalgesetz Anspruch auf fünf Tage bezahlten Vaterschaftsurlaub. Mit einer Parlamentarischen Initiative forderten SP, Grüne und EVP eine Verdoppelung auf zehn Tage.

Dieses Ansinnen dürfte im Kantonsrat nicht mehrheitsfähig sein. Darauf deutet der am Donnerstag veröffentlichte Entscheid der vorberatenden Kommission für Staat und Gemeinden, welche die Initiative mit 9 zu 6 Stimmen ablehnt.

Der Kanton Zürich sei ein attraktiver Arbeitgeber, hält die bürgerliche Kommissionsmehrheit in ihrem Bericht fest. Denn der Kanton kenne - zusätzlich zum fünftägigen Vaterschaftsurlaub - eine grosszügige Gleitzeitregelung. Diese erlaube es den Angestellten, "ihre Arbeitszeit flexibel auf private Ereignisse, also auch die absehbare Geburt eines Kindes, auszurichten".

Dies hebt auch der Regierungsrat in seiner Stellungnahme hervor. Er verweist zudem darauf, dass Väter im ersten Lebensjahr des Kindes Anspruch auf einen Monat unbezahlten Urlaub hätten. Der Kanton trage mit all seinen Regelungen "der Vereinbarkeit von Beruf und Familie angemessen Rechnung".

Wie die Mehrheit der Kantonsratskommission im Weiteren festhält, ist für eine Verdoppelung des Vaterschaftsurlaubs gar kein finanzieller Spielraum vorhanden. Der dafür notwendige Ausbau des Stellenplans sei nicht mehrheitsfähig.

Für die Kommissionsminderheit - bestehend aus SP, Grünen und EVP - verliert der Kanton hingegen ohne Urlaubsverlängerung an Attraktivität: Andere öffentliche Arbeitgeber wie Bund oder Stadt Zürich würden bereits zehn Tage Vaterschaftsurlaub gewähren. Auch der Kanton Zürich müsse "den gesellschaftlichen Änderungen bezüglich Rollenverhalten von Eltern" Rechnung tragen, macht die Minderheit geltend.

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