Natur

Kantone begrüssen Massnahmen gegen Schwäne

Im Kanton Zürich gebe es «sicher keine Schwanplage». key

Im Kanton Zürich gebe es «sicher keine Schwanplage». key

Der Bestand der bisher geschützten Höckerschwäne soll reguliert werden. Am Zürichsee gibt es zwar keinen dringenden Bedarf. Doch das kann sich schnell ändern.

Jetzt hat auch der Nationalrat grünes Licht für Massnahmen gegen die weit verbreiteten Höckerschwäne geben. Dazu zählen der Abschuss, aber vor allem nichttödliche Massnahmen wie das Eierschütteln oder Eierstechen, um den Nachwuchs zu begrenzen. Denn Schwäne haben keine natürlichen Feinde.

Die bisher geschützten Vögel sorgen immer wieder für Probleme. In der Innerschweiz hat die laufende Verkotung von Weiden in Seenähe für Aufregung gesorgt. Aber auch, dass die Schwäne immer wieder auf Menschen losgegangen sein sollen.

Das waren die Gründe für die Motion des Nidwaldner Alt-Ständerats Paul Niederberger (CVP), die gestern im Nationalrat relativ knapp angenommen wurde. Auch in den Kantonen St. Gallen und Zürich kommt die Gesetzesänderung gut an. «Falsche Tierliebe hat leider immer wieder für Probleme gesorgt», sagt Dominik Thiel, Leiter des Amts für Natur, Jagd und Fischerei St. Gallen.

So gab es in Weesen vor einigen Jahren «ein grosses Theater». Die Schwäne seien am Ufer des Walensees teilweise «extrem überfüttert» worden. «Es wurden künstliche Nester angelegt, die Tiere brüteten überall, auch zwischen Autos», sagt Thiel. Das sei nun vorbei. Doch die Leute könnten generell nicht mehr zwischen Haus- und Wildtieren unterscheiden, dabei sei der Schwan klar ein Wildtier.

Das sei nun vorbei, sagt Thiel. Allerdings gebe es anderswo, aktuell im Rheintal, Stress mit den Schwänen. Dort würden etwa die Erwachsenen die Jungtiere vom letzten Jahr angreifen. Dominik Thiel findet es wichtig, dass der Abschuss zum Thema geworden ist. Er würde Massnahmen wie das Eierstechen bevorzugen.

Keine «Schwanenplage»

Keine grossen Probleme mit Schwänen gibt es auf der Zürcher Seite des Zürichsees. Wie Wolfgang Bollack, Mediensprecher der Baudirektion, sagt, könne es zu temporären Massierungen kommen, etwa wenn die Tiere in Zeiten mit wenig natürlichem Futterangebot zu viel gefüttert werden.

Als problematisch gilt aber nur die Situation bei Niederuster im Wasser- und Zugvogelreservat am Greifensee. Dort gilt ein Fütterungsverbot, was, so hofft der Kanton, als Massnahme reichen sollte. «Eine Schwanenplage» gebe es im Kanton Zürich sicher nicht, sagt Bollack.

Dennoch wehre man sich nicht, wenn der Kanton die Kompetenz bekomme, über die Massnahmen zu entscheiden. «Klar ist, dass wir diese sehr verantwortungsvoll nutzen würden. Ein Abschuss wäre die allerletzte Möglichkeit», erklärt Wolfgang Bollack. Keine Freude haben Tierschützer: Der Schweizer Tierschutz hat gegen die Massnahmen eine Petition mit über 15'000 Unterschriften eingereicht.

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