Kulturförderung
Kanton Zürich plant Fonds zur Finanzierung der Kulturförderung

Der Kanton Zürich will die Finanzierung der Kulturförderung einfacher und transparenter machen, sowie langfristig sichern. Dafür soll ein Kulturfonds eingerichtet werden, der aus Lotteriefondsmitteln gespeist wird. Die Vernehmlassung dazu läuft. Beschlossen werden muss das neue Modell vom Kantonsrat.

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Lotteriefonds könnten die Zukunft der Kulturförderung sein (Symbolbild).

Lotteriefonds könnten die Zukunft der Kulturförderung sein (Symbolbild).

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Mehrere politische Vorstösse fordern eine neue, sichere Grundlage für die Finanzierung der Kulturförderung. Die aktuelle Regelung gilt nur bis 2021. Um zu entscheiden, wie es danach weitergehen soll, hat Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) bei der Universität St. Gallen eine Studie in Auftrag gegeben, die sie am Mittwoch vorstellte.

"Einfach und transparent, sicher und berechenbar" solle die Kulturfinanzierung sein, sagte die Vorsteherin der Justiz und des Innern. Laut der Studie muss der Kanton jährlich 131,25 Millionen Franken zur Verfügung stellen, um die Kulturförderung auf dem heutigen Niveau zu halten.

Mitsprache der Politik

Kuno Schedler stellt in seiner Studie drei Modelle vor, ohne sich ausdrücklich für eines stark zu machen: eine Kulturstiftung, ein "Kulturkapitel" innerhalb des Lotteriefonds oder einen Kulturfonds.

Fehr und auch Madeleine Herzog, die Leiterin der kantonalen Fachstelle Kultur, sprachen sich für die Schaffung eines Kulturfonds aus. Dieser habe vor allem gegenüber einer Stiftung klare Vorteile und garantiere die politische Mitsprache, die Einbeziehung fachlicher Kompetenz sowie Planungssicherheit.

Dem Kulturfonds sollen 25 Prozent der Erträge des Lotteriefonds zugewiesen werden, das entspricht 18,75 Millionen Franken. Damit sollen kleinere Förderbeiträge finanziert werden, beispielsweise Projektbeiträge an Kulturschaffende. Diese direkte Kulturförderung liegt in der Kompetenz der Fachstelle Kultur.

Dazu kommen 10 Millionen Franken aus dem Lotteriefonds für Investitionen über 500'000 Franken. Weitere Finanzmittel sollen aus dem ordentlichen Budget kommen und zwar 12,5 Millionen Franken für Betriebsbeiträge über 200'000 Franken und 90 Millionen für gesetzlich verankerte Beiträge. Insgesamt also 131,25 Millionen Franken.

Über grössere Investitionen und Betriebsbeiträge entscheiden weiterhin Kantons- beziehungsweise Regierungsrat. Die Mitsprache der Politik sei wichtig für die langfristige Akzeptanz, betonte Fehr.

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