Jagdschiessen
Kanton will in Bülach neue Jagdschiessanlage bauen

Der Kanton Zürich will in Bülach eine neue Jagdschiessanlage erstellen. Diese soll 2015 die stark mit Schadstoffen belastete Anlage im Schutzgebiet Au in Embrach ersetzen. Gegen das Vorhaben gibt es allerdings bereits Opposition.

Merken
Drucken
Teilen
Die Jagdschiessanlage in Embrach wird geschlossen

Die Jagdschiessanlage in Embrach wird geschlossen

Limmattaler Zeitung

Der Kanton wolle die Auenlandschaft in Embrach vom Schiessbetrieb befreien und plane deshalb eine neue Anlage auf dem neusten Stand der Technik, sagte Baudirektor Markus Kägi (SVP) am Freitag vor den Medien. Die Anlage werde hinsichtlich Lärm- und andern Umweltemissionen den modernsten Anforderungen entsprechen.

Die Evaluation für eine neue Jagdschiessanlage wurde bereits vor drei Jahren eingeleitet, wie Urs J. Philipp, Leiter der Fischerei- und Jagdverwaltung im Amt für Landschaft und Natur der Baudirektion feststellte. Geprüft wurden unter anderem die Standorte Betzenholz, Limmattaler Kreuz und der Waffenplatz Reppischtal in Birmensdorf.

Als optimal habe sich schliesslich die heutige Kiesgrube Wildstud in Bülach herausgestellt, erklärte Philipp. Punkto Lärmbelastung sei die Lage in einer Grube und abseits grosser Wohngebiete ideal. Der Standort sei auch dank der nahen Autobahn verkehrsmässig gut erschlossen.

Bülacher Stadtrat nicht begeistert

In Bülach regt sich allerdings bereits Widerstand. Der Stadtrat habe die Absichten der Baudirektion zum Auswahlverfahren und zum Standort «mit Befremden zur Kenntnis» genommen», heisst es in einer schriftlichen Stellungnahme. Eine Teilnahme an der Medienkonferenz hatte der Stadtrat ausgeschlagen.

Die Stadtbehörde verlangt ein «plausibles, transparentes und nachvollziehbares Auswahlverfahren des Anlagestandortes». Der Kanton müsse nachweisen, weshalb Bülach der geeignete Standort sei, und es müsse ein umfassender Umweltverträglichkeitsbericht erstellt werden.

Insbesondere stört sich der Stadtrat daran, dass die Jagdschiessanlage nicht nur für Ausbildungszwecke, sondern auch für das sportliche Jagd- und Pistolenschiessen genutzt werden soll. Es müsse davon ausgegangen werden, dass ein erheblicher Teil der künftigen Schützen auf die Kategorie «Sport und Freizeit» entfalle.

Standort mit Bedacht gewählt

Markus Kägi hat Verständis für die skeptische Haltung von Bülach. Der Standort für die neue Anlage sei jedoch sorgfältig und mit Bedacht gewählt worden. Einem Umweltverträglichkeitsbericht, wie ihn Bülach fordere, verschliesse er sich nicht.

Der Kanton werde alles Erdenkliche unternehmen, um die Umwelt so wenig als möglich zu belasten. So werden in der neuen Anlage Eisenschrot statt Bleischrot sowie umweltfreundliche Tonscheiben eingesetzt und die Geschosse aufgefangen. Die Wurfscheiben- und Geschossrückstände werden eingesammelt und entsorgt.

Aus Lärmschutzgründen sollen möglichst viele Schiessdisziplinen ins Innere verlegt werden. Geplant ist unter anderem ein Schiesskino, in dem mit scharfer Munition das Schiessen auf bewegliche Ziele auf der Leinwand geübt werden kann. Bülach werde aus der Anlage kein Nachteil erwachsen, dem Kanton als Ganzem jedoch einen grossen Vorteil bringen», betonte Regierungsrt Kägi.

Hohe Kosten

Laut dem SVP-Regierungsrat dürfte die «supermoderne Anlage» grob geschätzt 13 bis 15 Millionen Franken kosten. Am liebsten würde er den Bau einem privaten Investor übertragen. Auf jeden Fall soll die Anlage kostendeckend betrieben, also durch die Benutzer finanziert werden.

Eine neue Jagdschiessenlage ist für Kägi, der selber ein passionierter Jäger ist und nach eigenen Worten die Jagdprüfung alle Jahre ablegt, unverzichtbar. Der Kanton Zürich stelle hohe Anforderungen an die Jäger bezüglich Schiessfertigkeit, Treffsicherheit und sicheren Umgang mit der Jagdwaffe - also brauche es auch geeignete Trainingsanlagen.