Das Anliegen der Initiantinnen und Initianten sei im Grundsatz unbestritten, schreibt der Regierungsrat in einer Mitteilung vom Donnerstag. Der Bahnhof Stadelhofen stosse an seine Kapazitätsgrenzen und müsse bis 2030 auf vier Gleise ausgebaut werden. Die Initiative entspreche den kantonalen Planungen zum Kapazitätsausbau.

Allerdings ist gemäss Regierungsrat der Bund für die Finanzierung zuständig - und nicht der Kanton. Die Volksinitiative verlangt eine kreditschaffende Vorlage zum Ausbau. Der Regierungsrat beantragt deshalb dem Kantonsrat, die Vorlage den Stimmberechtigten ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung zu empfehlen.

Zu teuer für den Kanton

Die Initiative war im Mai 2012 lanciert und im November eingereicht worden. Sie verlangt eine Erweiterung des Bahnhofs um ein viertes Gleis, den Bau eines zweiten, einspurigen Riesbachtunnels zwischen Stadelhofen und Tiefenbrunnen. Zudem soll die Kreuzung der Strecken Stadelhofen-Stettbach und Stadelhofen-Tiefenbrunnen entflochten werden.

Begründet wird die Volksinitiative "Bahnhof Stadelhofen: pünktlich und zuverlässig" mit der grossen und noch wachsenden Bedeutung des Stadtbahnhofs neben dem Sechseläutenplatz. Der Regierungsrat hatte bereits früher auf die immensen Kosten hingewiesen.

Der Bund habe den Ausbau des Bahnhofs Stadelhofen in das strategische Entwicklungsprogramm aufgenommen, schreibt der Regierungsrat. Ein erster Ausbauschritt solle bis 2025 umgesetzt werden.

Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen im Nationalrat hatte im Februar beantragt, dass ein zweckgebundener Projektierungskredit im ersten Ausbauschritt eingestellt wird. Unter diese Umständen sei es nicht angezeigt, dass der Kanton eine Kreditvorlage ausarbeite, die den Bund entlaste und die kantonalen Finanzen über Jahre stark belaste, betont der Regierungsrat.

135'000 Passagiere täglich

Der Bahnhof Stadelhofen gehört zu den meist frequentierten Bahnhöfen der Schweiz. 135'000 Passagiere benutzen ihn täglich. Auf lediglich drei Gleisen verkehren stündlich bis zu 40 Züge. Neben dem Hauptbahnhof ist Stadelhofen mit neun S-Bahn-Linien der wichtigste Bahnhof der Zürcher S-Bahn.

Gemäss Planungsarbeiten des Zürcher Verkehrsverbunds (ZVV) und der SBB ist der Bahnhof Stadelhofen neben dem Brüttenertunnel systemrelevant für die Weiterentwicklung der S-Bahn, wie der Regierungsrat schreibt. Der Kanton Zürich sei aber nicht bereit, Bahninfrastrukturausbauten zu finanzieren, für die der Bund zuständig sei.