In der Limmat in der Stadt Zürich gilt ausserhalb der Flussbadis seit 1977 ein Badeverbot. Das wollen die drei GLP-Kantonsräte Daniel Häuptli (Zürich), Michael Zeugin (Winterthur) und Simon Schlauri (Zürich) nun ändern. Sie fordern den Regierungsrat deshalb in einem Postulat auf, zu prüfen, wie das Schwimmen in der Limmat auf der Strecke des jährlich stattfindenden Limmatschwimmens an mehr als nur einem Tag im Jahr erlaubt werden könnte.

Unter Berücksichtigung der Sicherheit für Schwimmer wie auch für die Bootsfahrt und der Wahrung der Interessen der Limmatschifffahrt schlagen die drei Kantonsräte gleich selber zwei Möglichkeiten vor, wie das Schwimmen in der Limmat zwischen Landesmuseum und See möglich werde könnte. Damit der Fahrplan der Limmatboote der Zürichsee Schifffahrtsgesellschaft (ZSG) nicht zu stark eingeschränkt wird, soll geprüft werden, ob Schwimmen zu gewissen Tageszeiten – beispielsweise täglich ab 17 Uhr – oder an einem bestimmten Wochentag ab 17 Uhr erlaubt werden könnte. In Anlehnung an das zweiwöchentlich stattfindende Monday-Night-Skating durch Zürichs Strassen verweisen die GLP-Kantonsräte auf die Möglichkeit, mit der Lockerung des Limmat-Badeverbotes ein Monday-Afterwork-Swim für die Limmat ins Leben zu rufen.

Mit anderen Städten gleichziehen

Zudem nennen sie die Flussstädte Bern und Basel, wo das Schwimmen auf langen Abschnitten der Aare und des Rheins erlaubt ist. Die Sicherheit der Flussbadenden werde dort mit entsprechenden Informationen, Baderegeln und Empfehlungen gewährleistet, steht im Postulat weiter geschrieben.

Während im Rhein in Basel die Schwimmstrecke parallel zur Schifffahrt verläuft, verzichtet man in Zürich auf diesen Vorschlag. Erstunterzeichner Daniel Häuptli sagt dazu: «Auf Höhe Rathaus sowie Landesmuseum benötigt das Limmatschiff beim Wendemanöver die gesamte Flussbreite», sagt der GLP-Politiker. Die Limmat sei auch deutlich schmaler als der Rhein. Es sei schliesslich dem Regierungsrat überlassen, für die Lockerung des Flussbadeverbotes die bestmögliche Lösung zu finden.

Dahingehend sei auch die Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich zu suchen. Zwar wurde ein 2009 von zwei Grünen Stadtzürcher Gemeinderäten eingereichtes Postulat, das die Freigabe zum Baden in der Limmat vom Zürichsee bis zum Kraftwerk Letten forderte, vom Stadtrat abgelehnt. Dennoch glaubt Häuptli an die Möglichkeit, das Badeverbot in der Limmat zu lockern. Unterstützung bekommt der Kantonsrat von den Stadtzürcher GLP-Gemeinderäten Guido Hüni und Shaibal Roy. Gestern reichten diese einen gleichlautenden Vorstoss im Gemeinderat ein. «Das Freizeitverhalten hat sich in den letzten zehn Jahren verändert. Das Badebedürfnis ist deutlich gewachsen», sagt Hüni. Es sei an der Zeit, die Interessen zwischen der Schifffahrt und dem Badespass abzuwägen. «Eine zu bestimmten Tageszeiten oder an bestimmten Wochentagen eingeschränkte Schifffahrt würde der grossen Beliebtheit des Flussschwimmens gerecht werden», sagt Hüni weiter.

Badespass sorgt für Attraktivität

Dass nun gleich zwei Vorstösse auf kommunaler sowie kantonaler Ebene eingereicht werden, hat noch einen anderen Grund, wie Hüni sagt. «Der Flussabschnitt zwischen Quaibrücke bis Lettenkraftwerk ist in der städtischen Polizeiordnung geregelt, obwohl See und Fluss eigentlich in der kantonalen Zuständigkeit liegen», so Hüni.

Kantonsrat Häuptli aber findet, die Lockerung des Badeverbotes betrifft die Stadt wie auch den Kanton gleichermassen: «Nicht nur die Stadtbewohner erhielten durch das Schwimmen in der Limmat eine zusätzliche Bademöglichkeit.» Der GLP-Politiker ist überzeugt, dass die Lockerung des Badeverbotes auf dem Fluss die Standortattraktivität der Limmatstadt steigern würde. Er verweist dabei auf ein Loblied von «Spiegel Online» über Zürichs schönste Fluss- und Seebadis: «Wer Durst hat, könnte einfach den Mund aufmachen. Die Limmat und der Zürichsee haben Trinkwasserqualität. Neben den schönen Badeanlagen ist es vor allem das saubere Wasser, das die Zürcher so magisch anzieht. Viele hüpfen vor der Arbeit oder in der Mittagspause schnell mal in den See.»