Gefängnisausbruch Limmattal

Kam Aufseherin Angela M. frei, weil sie aus Liebe handelte?

Übergabe in Chiasso: Nach 66 Tagen wurde Angela M. am 14. April 2016 zurück in die Schweiz gebracht.

Übergabe in Chiasso: Nach 66 Tagen wurde Angela M. am 14. April 2016 zurück in die Schweiz gebracht.

Grund für die Freilassung der ehemaligen Gefängnisaufseherin Angela M. könnte die Liebe sein. «Wird vor Gericht das Verschulden verhandelt, werden alle Umstände berücksichtigt», erklärt Anwalt Valentin Landmann gegenüber der «Schweiz am Sonntag».

«Menschliche Regungen versteht manchmal sogar ein Richter», sagt Anwalt Valentin Landmann weiter. Anders wäre es, wenn Hassan K. seine Wärterin mit Geld bestochen hätte.

Neben der Liebe gibt es noch andere Faktoren, die für eine milde Strafe sprechen: Die Tat war offenbar relativ spontan.

Auf der Flucht hob Angela M. noch Geld ab. Das spricht dafür, dass die Tat nicht geplant war. Spontane Handlungen werden weniger hart bestraft als von langer Hand geplante.

Die Flucht wurde zudem wohl durch die Gefängnisstrukturen erleichtert. Der Zürcher Regierungsrat erklärte die Flucht mit einer zuvor nicht erkannten Sicherheitslücke.

Auch das könnte strafmindernd wirken. «Das ist, wie wenn ein Bankangestellter einen Stapel Tausendernoten vor der Bank liegen lässt und die dann gestohlen werden. Der Dieb wird immer noch bestraft, aber die Gelegenheit macht etwas aus bei der Beurteilung», erklärt Landmann in der «Schweiz am Sonntag».

Der Zürcher Anwalt verteidigt vielleicht den Geliebten von Angela M., eine entsprechende Vollmacht für ihn habe er nach Italien gesandt, sagt Landmann. Nun warte er auf die Rücksendung.

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