Bezirksgericht Zürich
K.-o.-Tropfen nicht nachweisbar – Angeklagter freigesprochen

Weil er eine 15-Jährige mit K.-o.-Tropfen gefügig gemacht und geschändet haben soll, hat sich am Dienstagnachmittag ein heute 33-jähriger Mann vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten müssen. Mangels Beweisen wurde er vollumfänglich freigesprochen.

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Die Flüssigdroge GBL kann auch als K.-o.-Tropfen missbraucht werden.

Die Flüssigdroge GBL kann auch als K.-o.-Tropfen missbraucht werden.

ho

Für die zehn Monate, die er in Untersuchungshaft sass, wurden dem Autohändler 50'000 Franken Genugtuung zugesprochen. Gleichzeitig ordnete das Gericht die sofortige Haftentlassung des Mannes an.

Die Tat soll sich laut Anklage im November 2013 ereignet haben. Demnach hat der damals 32-jährige Angeklagte die Jugendliche am Hauptbahnhof Zürich angetroffen und ihr neben einem Süssgetränk spontan einen Becher mit Alkohol mit einer nicht näher bekannten Substanz zum Trinken angeboten haben.

Die Jugendliche soll den Becher ausgetrunken haben und kurz darauf völlig benommen gewesen sein. Sie habe sich vom Beschuldigten und einem seiner Kollegen stützen und in eine Wohnung nach Zürich-Altstetten bringen lassen.

Dort soll die Geschädigte auf einem Bett sogleich eingeschlafen sein, worauf der Angeklagte sie laut Anklage auszog und an ihr den Geschlechtsverkehr vollzog. Die Schülerin sei erst am nächsten Morgen mit Schmerzen im Unterleib erwacht.

Die Staatsanwaltschaft lastete dem Autohändler nicht nur Schändung, sondern auch sexuelle Handlungen mit Kindern an und forderte eine Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Die Verteidigung plädierte für einen Freispruch.

Für die Richter waren die K.o.-Tropfen nicht nachweisbar. Auch die weiteren Anklagepunkte sah das Gericht als nicht erwiesen an. Was den Vorwurf der sexuellen Handlungen mit Kindern angehe, sei nicht sicher, dass der Angeklagte das Alter der 15-Jährigen richtig eingeschätzt habe. Denn die Jugendliche sei zum Tatzeitpunkt stark geschminkt gewesen, so das Gericht.