Nach der Selbsttötung von Natalie K. im Zürcher Untersuchungsgefängnis wurde heftige Kritik von Experten und Angehörigen laut. Gemäss Briefen hätte es die Frau, die am Neujahrstag ihre beiden Kinder getötet hatte, im Gefängnis nicht ausgehalten und mehrfach um Verlegung in die Psychiatrie gebeten.

Vor Natalie K. nahmen sich bereits drei weitere Häftlinge in Zürcher Untersuchungshaft das Leben. Nun äussert sich Justizdirektorin Jaqueline Fehr im Interview mit dem «SRF-Regionaljournal» bezüglich einer Unterbringung für Untersuchungshäftlinge, die zwischen Untersuchungshaft und Psychiatrie liegt.

Da die Haftbedingungen in den Zürcher Untersuchungsgefängnissen streng seien, untersuche die Justizdirektion alle Suizidfälle nochmals genau, erklärt Fehr. Momentan würde eine Analyse über die Handlungsfelder in der Untersuchungshaft durchgeführt. Es werde die Möglichkeit geprüft, ein Massnahmenangebot zwischen Haft und Psychiatrie zu entwerfen.

Im Fokus dieser Zwischenmassnahme ständen Häftlinge, die psychisch stark belastet seien. Das Amt für Justizvollzug habe jetzt den Auftrag, abzuklären, wie ein Modell dieser Drittmassnahme aussehen könnte.

Die Überprüfung der Haftbedingungen in Zürich seien schon vor dem Suizid von Natalie K. geplant gewesen. Nun hätte dieses Vorhaben eine neue Brisanz erhalten. Die Analyse über die Bedingungen der Untersuchungshaft soll bis Ende November abgeschlossen sein.

Betreffend der Anzeichen auf einen nahen Suizid, der gemäss der Eltern und des Ehemanns von Natalie K. aus den Briefen der Verstorbenen zu lesen war, gab Jaqueline Fehr im Interview mit dem Regionaljournal weiterhin keine Auskunft. Dies sei Gegenstand der Abklärung der Staatsanwaltschaft.