Solidarität
Junger Zürcher bittet auf Facebook um Geldspenden – und erhält sie

Oliver Jordans Teweldes mutiger und einzigartiger Hilferuf auf Facebook kommt an. Der junge Mann hat innerhalb von zwei Tagen schon über 9'000 Franken gesammelt - und zeigt sich überaus dankbar.

Ricarda Ferrari
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Oliver Jordan Tewelde - bittet auf Facebook um Spenden, um seine Schulden begleichen zu können.

Oliver Jordan Tewelde - bittet auf Facebook um Spenden, um seine Schulden begleichen zu können.

ZVG

«Ich hätte nie mit solch einer Resonanz gerechnet. Es ist unglaublich», bedankt sich Oliver Jordan Tewelde in seinem neusten Facebook-Post. Der Zürcher hatte aus reiner Verzweiflung etwas gestartet, dass es so in der Schweiz noch nie gab. Er startete ein Crowdfunding für sein Leben - und dies nicht auf einer üblichen Spendenplattform, sondern auf seinem öffentlich zugänglichen Facebook-Profil.

Sein Mut hat sich ausgezahlt. In den ersten 48 Stunden nach seinem Aufruf erhielt er von 171 Spendern insgesamt 9270 Franken. Eine Summe, von der er nicht zu träumen wagte. In seiner Dankesrede fehlen ihm immer wieder die Worte. Um seine Aufrichtigkeit zu beweisen, hält Teweldes sogar Kontoauszüge und sein Pfändigunsschreiben in die Kamera.

Oliver Jordans Teweldes Leben nahm vor zwei Jahren eine dramatische Wende. Der junge Zürcher verursachte einen Velounfall und brach einer Frau den Arm. Was Jordan nicht wusste, seine Mutter hatte kurz davor seine Haftpflichtversicherung gekündigt. Seither musste der gelernte Koch dem Opfer bereits über 40'000 Franken aus seinem eigenen Sack zahlen und verschuldete sich dadurch hoch.

Gespaltene Reaktionen

Die Reaktionen zu seinem Hilfeaufruf fallen ganz unterschiedlich aus. Während viele Personen den Mut und die Offenheit des jungen Zürchers loben und unterstützen, wird er auf der anderen Seite heftigst kritisiert: Darunter fielen auch rassistische oder abschätzige Bemerkungen, wie er solle sich das Geld gefälligst selbst erarbeiten.

Wie Oliver Jordan Tewelde aber auf Facebook schreibt, will er lediglich seine Schulden tilgen. Und nicht den Boulevardjournalisten zum Frass vorgeworfen werden.