Zürich

Junger Straftäter ist psychisch krank und nur eingeschränkt schuldfähig

Das Bezirksgerichts Zürich schiebt die Gefängnisstrafe für den jungen Mann zugunsten einer ambulanten Behandlung in der Psychiatrie auf.

Das Bezirksgerichts Zürich schiebt die Gefängnisstrafe für den jungen Mann zugunsten einer ambulanten Behandlung in der Psychiatrie auf.

Innert weniger Jahre stieg Nabil S. wegen Erkrankung an Schizophrenie vom Durchschnitts-Gymnasiast zum IV-Rentner ab. Seither hat er mehrere Straftaten begangen. Aufgrund seiner Krankheit ist er aber nur stark eingeschränkt schuldfähig.

Nabil S. sei 19 Jahre alt gewesen, als bei ihm Schizophrenie festgestellt worden sei, schreibt die "20 Minuten". Der junge Mann habe die Kanti abgebrochen, konsumiere Marihuana und sei in Konflikt mit dem Strafgesetz gekommen. So habe er sich etwa vehement gegen eine Billet-Kontrolle gewehrt und einen SBB-Angestellten ins Bein gebissen. Danach sei er auf der Flucht vor der Polizei in den Zürichsee gesprungen und habe sich zuerst gewehrt, ins Boot der Seepolizei zu steigen.

2012 habe er mit Kollegen eine Escort-Dame in die Falle gelockt, um sie zu bestehlen. Als klar geworden sei, dass die Frau kein Geld auf sich trug, sei sie gezwungen worden, einen der jungen Männer oral zu befriedigen. Danach sei es noch zu verschiedenen Zwischenfällen gekommen, etwa einem Raub an Passanten.

Der Angeklagte sei am Montag vor dem Zürcher Obergericht mehrheitlich geständig gewesen. Nur beim Raubversuch an der Escort-Dame behaupte er, nicht gewusst zu haben, worum es gehe. Das Gericht habe den IV-Rentner zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 12 Monaten verurteilt. Der Strafvollzug sei aufgrund eines Gutachtens zugunsten einer ambulanten Psychotherapie aufgeschoben worden. Dies, weil der Angeklagte stark eingeschränkt schuldfähig sei. (sda)

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