Bezirksgericht Horgen

Junge Frau lässt ihr Neugeborenes in Plastikkübel sterben

Die Frau muss sich vor dem Bezirksgericht Horgen für ihre Tat verantworten.

Die Frau muss sich vor dem Bezirksgericht Horgen für ihre Tat verantworten.

Eine Frau aus dem Bezirk Horgen hat ihr neugeborenes Kind sterben lassen. Sie muss sich vor Gericht wegen Tötung verantworten.

Sie muss mit der Situation total überfordert gewesen sein. Eine wohl junge Frau aus dem Bezirk Horgen bringt Anfang 2016 ein Kind zur Welt. Alleine, im Badezimmer der elterlichen Wohnung. Sie durchtrennt die Nabelschnur und steckt das Neugeborene, das an einer Lungenentzündung leidet, in einen Plastikkübel. Sie bedeckt das Kind mit Kleidern und Wäschestücken und stellt den Eimer in den Kleiderschrank ihres Schlafzimmers. Dann kümmert sie sich nicht mehr um das Neugeborene. Vermutlich nach mehreren Stunden stirbt es an akutem Herzversagen. So steht es in der Anklageschrift.

Vieles bleibt im Dunkeln

Die Staatsanwaltschaft klagt die Frau nun wegen Kindstötung an. Im Oktober muss sie am Bezirksgericht Horgen erscheinen. Die Anklageschrift lässt viele Fragen offen. Etwa, wie die Frau, die offenbar bei den Eltern wohnte, unbemerkt ein Kind zur Welt bringen kann. Die Eltern waren zum Zeitpunkt der Geburt in der Wohnung. Warum sich die Beschuldigte nicht um das Baby gekümmert hat, bleibt ebenfalls im Dunkeln.

Zum Schutz der Frau wurde das Dokument stark eingeschwärzt – auf Anweisung des Richters. Eine ungewöhnliche Massnahme. In der Regel haben akkreditierte Journalisten freie Einsicht in Anklageschriften. Aus dem vorliegenden Dokument lässt sich aber einzig schliessen, dass die Frau im Bezirk Horgen wohnhaft ist und zum Tatzeitpunkt erwachsen gewesen sein muss.

Klar ist auch, dass sie geständig ist. Denn der Fall wird im abgekürzten Verfahren verhandelt, was ohne Geständnis nicht möglich ist. Staatsanwaltschaft und Verteidigung haben sich auf eine Strafe geeinigt, dem Gericht obliegt es nur noch, zu prüfen, ob der Vorschlag angemessen ist. Die Frau soll mit einer Freiheitsstrafe von 18 Monaten bedingt und einer Busse von 500 Franken belegt werden. Sie wurde schon früher straffällig: Ein Strafbefehl der Staatsanwaltschaft Zug über eine bedingte Geldstrafe ist aufgeführt.

Wofür dieser ausgesprochen wurde, geht aus der Anklageschrift nicht hervor. Die Probezeit soll bei einer Verurteilung auf 3 Jahre verlängert werden. Zudem soll sich die Beschuldigte einer ambulanten Behandlung unterziehen.

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