Die Stadtzürcher Fachstelle für Gewaltprävention wurde im Schuljahr 2012/13 insgesamt 132 Mal um Hilfe gebeten, in 50 Fällen wegen körperlicher Gewalt, 47 Mal wegen Mobbings. 31 Mal mussten die Fachleute eingreifen, weil die Klasse schlecht zu führen war. Zudem gab es vier Fälle von sexueller Gewalt.

Dies zeigt ein Bericht der Stadt Zürich, der am Mittwoch als Antwort auf ein FDP-Postulat veröffentlicht wurde. Wie aus der Statistik hervorgeht, sind die Zahlen deutlich tiefer als in früheren Jahren. Im Schuljahr 2008/09 beispielsweise musste die Fachstelle noch 175 Mal ausrücken, also rund einen Viertel häufiger.

Gemessen an der Anzahl Schüler, aktuell rund 26'000, ist dies gemäss den Verantwortlichen ein tiefes Niveau. Der Grossteil der Zürcher Jugendlichen sei friedlich und nicht gewaltbereit.

Balkan-Jugend viel besser integriert

Grund für den Rückgang der Zahlen seien unter anderem die öffentliche Sensibilisierung sowie die Einführung der Schulsozialarbeit, weil Betroffene so einen Ansprechpartner hätten.

Positiv habe sich auch die zunehmende Integration der einst entwurzelten Balkan-Jugend ausgewirkt. Die Jugendlichen, die selbst noch den Krieg erlebten und vor zehn Jahren noch negativ auffielen, seien älter geworden und zunehmend auch gut integriert.

Auch im öffentlichen Raum geht die Jugendgewalt zurück. Die Zahl der angezeigten oder registrierten Gewaltdelikte konnte in den letzten vier Jahren fast halbiert werden. Seit 2011 stagnieren die Zahlen. Im Jahr 2012 wurden im öffentlichen Raum 946 Jugend-Delikte registriert. Im Jahr 2009 waren es noch 1435.

Grund für diesen deutlichen Rückgang seien unter anderem die verstärkte Präsenz der Stadtpolizei und des Sicherheitsdienstes sip.