Suchtprävention
Jugendliche nützen Beratungsangebot spärlich

Kaum ein Jugendlicher oder junger Erwachsene mit einem Alkoholproblem mag darüber mit Fachleuten sprechen. Dies ist eine zentrale Erfahrung von NoTox, einem Projekt der Fachstelle für Alkoholprobleme und der Suchtpräventionsstelle.

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Jugendliche beim Feiern (Symbolbild)

Jugendliche beim Feiern (Symbolbild)

Keystone

NoTox hat in zwei Jahren 47 Jugendliche und junge Erwachsene befragt, die wegen einer Alkoholvergiftung ins Stadtspital Triemli gebracht worden waren. Themen waren ihr Alkoholmissbrauch und generell ihr Konsumverhalten, wie NoTox schreibt.

27 Befragte willigten ein, ein weiteres Gespräch bei der ZFA oder der Zürcher Suchtpräventionsstelle führen zu wollen. Tatsächlich gekommen seien dann aber nur 17 Personen.

Das Angebot basiere auf Freiwilligkeit, sagte Dani Ernst, Co- Projektleiter NoTox, auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Wir haben kein Druckmittel in der Hand». Je älter ein Patient sei, desto kleiner sei die Gesprächsbereitschaft. «Die Leute haben das Gefühl, ihr Leben im Griff zu haben», sagte Ernst.

Oft wüssten Jugendliche nicht, was ein übertriebener Konsum sei und täten gut daran, an einem Gespräch teilzunehmen. «Manche neigen zur Selbstüberschätzung und nehmen das Angebot deshalb nicht wahr», erläuterte der Co-Projektleiter. Die Gründe für eine Alkoholvergiftung seien so verschieden, «wie unsere vier Jahreszeiten».

Finanzielle Anreize schaffen

NoTox habe sich zum Ziel gesetzt, künftig vermehrt Jugendliche zu Nachgesprächen zu bewegen. Ideen, wie dies erreicht werden könne, seien vorhanden, sagte Ernst. «Im Raum steht unter anderem ein finanzielles Anreizsystem».

Zudem sollen neben den Zürcher Spitälern Waid und Triemli weitere Projektpartner gewonnen werden. Eine Zusammenarbeit mit Schutz & Rettung Zürich ist gemäss Ernst bereits aufgegleist.