Der Zulauf zum "Züri Fäscht" am vergangenen Wochenende war so gross, dass es teilweise zu Engpässen kam und einige Personen in dem Gedränge leicht verletzt wurden. Veranstalter und Stadtpolizei Zürich wollen nun eine Analyse machen. Die Auswertungen werden wiederum in die "Züri-Fäscht-App" einfliessen.

Rund 54'000 Besucherinnen und Besucher hatten sich die "Züri-Fäscht-App" heruntergeladen, etwa die Hälfte davon nutzte sie aktiv, so dass die Forscher der ETH umfangreiche Daten zu Menschenströmen sammeln konnten, wie die Stadtpolizei am Montag mitteilte. Die Auswertung soll dazu beitragen, die Sicherheit an Grossanlässen zu verbessern.

Insgesamt ziehen alle Beteiligten eine positive Bilanz des Festwochenendes. Angesichts von rund 2,3 Millionen Besucherinnen und Besuchern und im Vergleich zu anderen Wochenenden ohne Grossanlass kam es laut Stadtpolizei zu wenigen Zwischenfällen. Es gab zwar einer Reihe von tätlichen Auseinandersetzungen, aber die meisten verliefen glimpflich.

Der 25-jährige Thurgauer, der am Samstagabend am Sechseläutenplatz von zwei Unbekannten mit einer abgebrochenen Flasche angegriffen wurde, ist inzwischen ausser Lebensgefahr, wie ein Sprecher der Kantonspolizei gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte.

Jugendliche kommen problemlos an Alkohol

Äusserst bedenklich sei das Ergebnis von Alkoholtestkäufen, teilte die Stadtpolizei mit. Gemeinsam mit blauem Kreuz und Suchtpräventionsstelle führte sie bei 14 Festwirtschaften und offenen Ständen diverse Alkoholtestkäufe durch. In zwölf Fällen bekamen die Jugendlichen problemlos alkoholische Getränke, obwohl alle Betreiber darüber informiert waren, dass Testkäufe durchgeführt werden.

Hochbetrieb herrschte während des Festwochenendes bei den vier Sanitätsposten von Schutz & Rettung. Insgesamt liessen sich 694 Personen behandeln. Das sind 9 Prozent mehr als beim letzten "Züri Fäscht" vor drei Jahren. Bei den Besuchermassen und der warmen Temperatur sei dies jedoch eine geringe Zahl, teilte die Blaulichtorganisation mit.

Mit einer Ausnahme mussten keine schweren oder gar lebensbedrohlichen Verletzungen versorgt werden. Rund ein Viertel der Behandelten hatte sich Schnittverletzungen zugezogen, vor allem an den Füssen. 127 Personen wurden wegen übermässigem Alkoholkonsum behandelt, 76 davon mussten zur Überwachung und Ausnüchterung in die Notunterkunft überführt werden.

Daneben kümmerten sich die Sanitätsposten vor allem um Blasen, Prellungen, Stauchungen oder Kreislaufprobleme. In 42 Fällen entschieden die Notärzte und Rettungssanitäter, die Betroffenen ins Spital zu bringen. 25 Mal kam eines der beiden Rettungsboote zum Einsatz. So konnte der schwierige Transport durch die Menschenmenge verhindert werden.

290 Tonnen Abfall entsorgt

Im Grosseinsatz während und nach dem Fest waren rund 150 Mitarbeitende von ERZ Entsorgung + Recycling Zürich. Sie entsorgten gut 290 Tonnen Abfall, wie die Stadt mitteilte. Die 330 Wertstoff- Sammelstellen wurden rege genutzt, so dass 10,5 Tonnen PET und Alu, sowie knapp 3 Tonnen Glas zusammenkamen.

Mit rund 2,3 Millionen Besucherinnen und Besuchern erreichte das "Züri Fäscht" einen Rekordwert. Mit der Parade von 388 Elektrofahrzeugen am Samstag wurde auch ein neuer Weltrekord und damit ein Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde erzielt, wie das Elektrizitätswerk der Stadt Zürich (ewz) mitteilte.