Zürich
Josefwiese, botanischer Garten oder Friedhof Sihlfeld: Hierhin können Sie von den Hot-Spots flüchten

Die Stadt Zürich prüft derzeit Massnahmen, die das Stadtklima trotz der zu erwartenden steigenden Temperaturen, auch in Zukunft angenehm machen – einige Tipps gibt es schon jetzt.

Lina Giusto
Merken
Drucken
Teilen
Der Wald auf dem Käferberg bietet nicht nur eine angenehme Abkühlung, sondern auch eine herrliche Aussicht auf die Stadt Zürich.

Der Wald auf dem Käferberg bietet nicht nur eine angenehme Abkühlung, sondern auch eine herrliche Aussicht auf die Stadt Zürich.

Limmattaler Zeitung

Mehr Bäume, mehr grüne Flächen und mehr Brunnen: Die Stadt Zürich erarbeitet zurzeit einen Masterplan für das Stadtklima. Dieser definiert und konkretisiert Massnahmen, um die Hitze- und Luftschadstoffbelastung in Gebieten mit hoher Baudichte zu kompensieren. So werden die städtischen Strukturen dahingehend analysiert, wie sie sich schwächend oder verstärkend auf die künftig zu erwartenden steigenden Temperaturen auswirken. Konkret versucht Grün Stadt Zürich herauszufinden, wo und wie sich langfristig Begrünung und Beschattung, aber auch Kaltluftkanäle auf das Klima in der Stadt Zürich auswirken.

Eine Universallösung aber gibt es laut Marc Werlen, Sprecher von Grün Stadt Zürich, nicht: «Beispielsweise sind Bäume für das Stadtklima generell sehr wichtig, am falschen Ort gepflanzt, verhindern sie unter Umständen die Durchlüftung mit Kaltluft für viele Jahre.» Im Herbst wisse man, wann der Masterplan vorliegen wird. Erst mit diesem Bericht können einzelne Massnahmen genauer benannt werden.

Schattenplätze in Zürich:

 Der Neubau des Landesmuseum ist aus Beton und speichert deshalb Wärme. Dennoch ist es unter dem Anbau mit der Wasserfläche und dem angrenzenden Platzspitz, der mit seinen Bäumen viel Schattenfläche bietet, angenehm schattig.
6 Bilder
 Der Friedhof Sihlfeld ist mit seinen 28,5 Hektaren Fläche eine der grössten zusammenhängenden Grünflächen der Stadt Zürich. Nicht nur zum Trauern, sondern auch als Erholungsort kann der schattige Park genutzt werden.
 Auf einem anderen Planeten: Im Schatten der Bäume und der Arena im botanischen Garten lassen sich heisse Sommertage gut verbringen.
 Mitten in der Stadt entlang des Schanzengrabens befindet sich diese grüne Oase: Eingehüllt von Bäumen können sich Passanten auf den Rasenflächen abgeschirmt vom Strassenlärm erholen und abkühlen.
 Die Parkanlage Josefswiese im Zürcher Kreis 4 bietet mit seinem Brunnen und der Allee im hinteren Teil viele Sitzgelegenheiten im Schatten.
 Die Klimakarten des Kantons Zürich zeigen die Hot-Spots: Neben der Altstadt und den Kreisen 4 und 5 ziehen sich die Wärmeinseln den Gleisen entlang bis nach Schlieren.

Der Neubau des Landesmuseum ist aus Beton und speichert deshalb Wärme. Dennoch ist es unter dem Anbau mit der Wasserfläche und dem angrenzenden Platzspitz, der mit seinen Bäumen viel Schattenfläche bietet, angenehm schattig.

Limmattaler Zeitung

Erst im Juni hat der Kanton Zürich neue Klimakarten publiziert, die die Hitzeinseln in der Stadt und im Kanton aufzeigen. Als Hot-Spots sind dabei die Altstadt im Kreis 1 wie auch die Kreise 4 und 5 erkennbar. Die Hitzeinseln ziehen sich aus der Stadt den Gleisen entlang nach Schlieren. Bis Dietikon schwächt sich der Wärmeinseleffekt dann langsam etwas ab.
In diesem Zusammenhang erhalten natürliche Klimaanlagen, wie die Limmat, aber auch die Bäume und Brunnen in der Stadt, eine besondere Bedeutung. Sie sind dafür verantwortlich, dass ihre direkte Umgebung zumindest ein wenig abkühlen kann.

Ein Streifzug durch Zürich zeigt, wo die schattigen Plätze der Limmatstadt liegen. Insgesamt 3'773 Hektaren umfassen die Grünflächen in der Stadt. Zu den weit über 22'000 Strassen- und Alleebäumen kommen nochmals etwa 50'000 Bäume in Parkanlagen, bei Sport- und Spielplätzen, entlang von Flussufer und in Friedhöfen hinzu.