Schon heute pendeln rund 1600 Schülerinnen und Schüler vom linken Zürichseeufer in die Stadt Zürich und die Schülerzahlen werden in den kommenden Jahren weiter steigen. Au-Wädenswil ist gut erschlossen und eine Umleitung der Schülerströme sei ein Beitrag zur sinnvollen Verkehrsplanung im Kanton, teilte der Regierungsrat am Donnerstag mit.

Der Neubau bietet Platz für mindestens 1000 Schülerinnen und Schüler und soll ausbaubar sein auf 1500. Das Grundstück mit einem Kaufpreis von 19,8 Millionen Franken umfasst rund 10'880 Quadratmeter. Zu diesen Kosten kommt eine einmalige Zahlung von 825'000 Franken für die Nutzung der angrenzenden öffentlichen Parkanlagen. Für Betrieb und Instandsetzung der Anlagen fallen künftig keine weiteren Kosten an.

Kaufvertrag unter Vorbehalt

Allerdings wurde der Kaufvertrag unter zwei Vorbehalten abgeschlossen. So muss zum einen der Kantonsrat der Gründung der Kantonsschule Au-Wädenswil zustimmen. Zum zweiten muss der private Gestaltungsplan "AuPark" rechtskräftig sein. Neben der Kantonsschule ist dort ein neues Quartier mit Wohnungen, Gewerbeflächen und Nahversorgung geplant. Ausserdem soll im Rahmen der Teilrevision 2018 der kantonale Richtplan angepasst werden.

Für den geplanten Schulneubau wurden ursprünglich 28 Grundstücke in Betracht gezogen, vier davon erfüllten die notwendigen Kriterien und wurden vertieft geprüft. Schliesslich blieb neben dem AuPark noch das Grob-Areal in Horgen übrig. Gegen letzteres sprachen allerdings sehr hohe Investitionskosten für den Grundstückserwerb, wie es im Antrag der Regierung heisst.

Bis die neue Schule in Betrieb geht, braucht es ein Provisorium in Wädenswil. Dieses soll ab dem Schuljahr 2020/21 zur Verfügung stehen und Platz bieten für rund 500 Schülerinnen und Schüler, wie es in der Mitteilung heisst. Ob es in einer kantonseigenen oder in einer anzumietenden Liegenschaft errichtet wird, steht noch nicht fest.

Neuer Anlauf für Dreifachturnhalle

Die Stadt Wädenswil sei "sehr erfreut" über den Entscheid, teilte sie mit. Für die ganze Region sei es ein positives Signal. Wädenswil werde als überregionaler Bildungs- und Forschungsstandort gestärkt und der Ortsteil Au erhalte positive Impulse durch die Mittelschule und die damit verbundene Arealentwicklung.

Unter anderem geht die Stadt davon aus, dass auf dem Schulareal Räume entstehen, die von der Öffentlichkeit mitbenützt werden können, wie eine Aula. Ausserdem soll noch ein Anlauf für eine neue Dreifachturnhalle genommen werden. Der Kanton sei interessiert, sich daran zu beteiligen.

Das städtische Vorhaben war in einem ersten Anlauf vom Parlament zurückgewiesen worden. Dank der Mittelschule sei die Dreifachturnhalle nun politisch und finanziell tragbar, schreibt die Stadt.

Auch am rechten Zürichseeufer wird gebaut

Die steigenden Schülerzahlen sind auch am rechten Zürichseeufer zu spüren. Daher wird auch in Uetikon eine neue Kantonsschule gebaut. Dafür hat der Kanton das direkt am Seeufer gelegene Areal der "Chemie Uetikon" gekauft.

Bis die neue Schule bezugsbereit ist, braucht es dort ebenfalls eine Zwischenlösung. Als Provisorium wird eine Pavillonanlage auf der Riedstegwiese gebaut. Am kommenden Montag wird dafür der Grundstein gelegt.