Zürich
Jeder vierte Kunde kompensiert seine Flugemissionen – aber geflogen wird weiterhin

In kühlen Wintermonaten zieht es Herr und Frau Schweizer oft in wärmere Regionen. Trotz wachsender Klimabewegung bleiben die Buchungszahlen des Unterländer Reiseunternehmens Hotelplan Suisse konstant.

Flavio Zwahlen
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Landung auf dem Flughafen Zürich-Kloten (Symbolbild)

Landung auf dem Flughafen Zürich-Kloten (Symbolbild)

Keystone

Sind die Festtage im Dezember vorbei, beginnt der Winter hierzulande erst so richtig. Die tiefsten Temperaturen werden im langjährigen Mittel gegen Ende Januar erreicht. Wenn es draussen trüb, nass und kalt ist, sehnen sich Herr und Frau Schweizer oft nach Sonne und nach Stränden.

Laut dem Reiseveranstalter Hotelplan Suisse, dessen Hauptsitz sich in Glattbrugg befindet, liegen bei den Kunden in den Monaten November bis März Destinationen wie Thailand, Mauritius oder die Malediven hoch im Kurs. Auch Trips auf die Kanarischen Inseln oder nach Ägypten sind beliebt.

«Die Reisewünsche unserer Kunden könnten im Winter nicht unterschiedlicher sein», sagt Mediensprecherin Bianca Gähweiler. Die Anzahl der Buchungen bewege sich seit mehreren Jahren auf dem gleichen Niveau.

Mehr Passagiere wollen mit gutem Gewissen fliegen

Die wachsende Klimabewegung hat keine Auswirkungen auf die Anzahl Buchungen bei Hotelplan Suisse. Aber: «Viele Leute erkundigen sich bei uns gezielt nach der Möglichkeit für CO2-Kompensationen. Das war vor einigen Jahren noch nicht so», sagt Gähweiler.

Mit dem Kauf eines sogenannten Klimatickets können die Kunden die schädlichen Auswirkungen ihres Fluges oder ihrer Kreuzfahrt auf das Klima kompensieren. Die verursachte Menge an Emissionen wird im Klimaschutzprojekt «Strom aus FSC-Holzabfall im Amazonas» in Itacoatiara in Brasilien eingespart.

«Im vergangenen Geschäftsjahr wurde bei 28 Prozent unserer Buchungen in den Filialen ein solches Klimaticket gelöst.» Als Beispiel: Der Flug von Zürich nach London und zurück ist mit einem Betrag von zwölf Franken kompensiert. Einen grossen Teil der Bevölkerung zieht es zwischen November und März aber nach wie vor in die heimischen Berge. Im Ranking von Hotelplan Suisse schafft es die Schweiz trotzdem nicht an die Spitze des Rankings. «Bei uns buchen die meisten Leute Fernreisen. In die Schweizer Berge reist man jedoch mit dem Auto oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Solche Ferien bucht man meist auf anderen Wegen», erklärt Gähweiler.

Auch Skiferien im Norden von Europa sind gefragt

Anders ist das bei Winterferien im Norden Europas. Vor allem Finnland sei ein beliebtes Reiseziel. «In Finnland steht vor allem das Abenteuer im Vordergrund. Das Land bietet neben Skigebieten noch viele andere Möglichkeiten.» So könne man dort zum Beispiel die Nordlichter besichtigen.