Die Zürcher Studentenverbindung Glanzenburger ruft zurzeit zum Crowdfunding Projekt "Saufen für den Frieden" auf. Während 100 Tagen kann man den Studenten Bier spenden, welches sie an einem Abend im Juli trinken wollen. Sollte auf diese ungewöhnliche Weise 10'000 Franken zusammenkommen, geht der gesamte Betrag ans Rote Kreuz.

In ihrem Video werben sie mit markigen Sprüchen wie "Bier statt Bomben" oder "Anstossen, nicht abknallen" und setzen sich zum Ziel, Kriegsopfer zu unterstützen - so gut sie nunmal können. Da Sockenstricken ausserhalb ihrer Fähigkeiten liege, widmen sie sich der Tätigkeit, die sie am besten beherrschen: Bier trinken.

Glanzenburger wollen für den Frieden saufen.

Glanzenburger wollen für den Frieden saufen.

Martin Fussen, Altherrenpräsident der Verbindung, bezeichnet die Aktion als bisher einmalig in der Schweiz. Wohltätigkeit muss seiner Meinung nach keine trockene Angelegenheit sein - deshalb dieser ungewöhnliche Aufruf. 

Die Zürcher Studenten, einschliesslich Abgänger der ETH, Uni und Fachhochschule, rechnen aus verschiedenen Gründen mit einem Erfolg: „Während die einen etwas Gutes für Menschen in Not tun wollen, werden andere nur spenden um der Verbindung einen ordentlichen Brummschädel zu verpassen.“

Sollte die Aktion fruchten, ist ein Kater vorprogrammiert, denn der Sammelaktion ist keine Obergrenze gesetzt. Auch die hartgesottenen Biertrinker werden ihre Probleme damit haben, mehrere 100 Liter zu vertilgen.

Thema Alkohol werde verharmlost

Doch die Zürcher Studenten ernten nicht nur Lob für ihre Aktion: Obwohl die Idee "witzig" sei und die Intentionen "löblich", werde das Thema Alkohol verharmlost, sagt Philipp Frei, Sprecher des Blauen Kreuzes zu "20 Minuten". "Alkohol wird so mit Spass verbunden, die negativen Seiten wie Sucht, Unfälle oder Vergiftungen werden dabei allzu oft vergessen", kritisiert der Sprecher der Organisation für Alkoholprävention.