Zürich

Jeder Dritte gibt kein Zeichen: Stadtpolizei lanciert Kampagne für mehr Sicherheit auf den Strassen

Die Kampagne «Zeigs allne wod dure wotsch» soll alle Verkehrsteilnehmenden ansprechen.

Die Kampagne «Zeigs allne wod dure wotsch» soll alle Verkehrsteilnehmenden ansprechen.

Die Stadtpolizei Zürich lanciert eine neue Kampagne unter dem Motto «Zeigs allne wod dure wotsch».

Der Verkehr in Zürich wird immer dichter: Rund 5000 Einwohner kommen pro Jahr derzeit hinzu. Praktisch alle bewegen sich auf den Strassen, Trottoirs und Velowegen der Stadt. Das erhöht die Unfallrisiken – nebst der ständigen Ablenkung durch Mobiltelefone, Plakate und Anderes.

Die Stadtpolizei Zürich hat nun unter dem Motto «Zeigs allne wod dure wotsch» eine neue Verkehrssicherheits-Kampagne lanciert. Zielpublikum sind alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer, wie Kampagnenleiter Reto Bohrer gestern zum Start am Zürcher Limmatquai sagte. Hintergrund: «Etwa 30 Prozent der Verkehrsteilnehmenden geben die im Verkehr nötigen Zeichen nicht richtig», so Bohrer weiter. Dies hätten Erhebungen der Stadtpolizei Zürich ergeben. Die Zahlen decken sich laut Bohrer mit internationalen Studien.

Jetzt sind die Velofahrer dran

Dabei gebe es keine grossen Unterschiede zwischen Velofahrern, Autofahrern und Fussgängern. Deshalb ziele die Kampagne auf sie alle ab. Einen Auftakt machte die Stadtpolizei bereits an der Töff-Messe Swissmoto. Diese Woche startet die Kampagne nun auf der Strasse. Die Polizei spricht dabei gezielt Velofahrerinnen und -fahrer an. Gelegenheit dazu bietet der Gratis-Velocheck beim Rathauscafé am Limmatquai, der bis und mit Freitag jeweils von 14 bis 17 Uhr stattfindet. Nach den Sommerferien sollen dann laut Bohrer speziell Autofahrerinnen und -fahrer bei Kontrollen darauf aufmerksam gemacht werden, das Zeichengeben nicht zu vernachlässigen.

Der Flyer der Kampagne erinnert daran, worauf speziell zu achten ist:
Fussgänger sollten am Zebrastreifen stehen bleiben, Blickkontakt mit Autofahrern aufnehmen und klar machen, dass sie die Strasse überqueren wollen.
Töfffahrer werden daran erinnert, beim Abbiegen den Blinker einzuschalten – auch auf vortrittsberechtigten Strassen. Autofahrer fordert die Stadtpolizei Zürich auf, Rücksicht auf die Schwächeren zu nehmen.
Velofahrer sollten mit den Armen beim Abbiegen Zeichen geben, beispielsweise auch beim Verlassen eines Kreisels.

Nebst Plakaten, Flyern und gezielten Aktionen setzt die Polizei auch auf ein Musikvideo, das in den kommenden Wochen veröffentlicht werden soll, wie Bohrer weiter sagte. Insgesamt sei die Kampagne auf eine Dauer von zwei Jahren angelegt, finanziert über das normale Präventionsbudget der Stadtpolizei. Das Motto der Kampagne habe die Polizei in Zusammenarbeit mit einer Werbeagentur entwickelt. Bedenken, dass der züridüütsche Spruch «Zeigs allne wod dure wotsch» in einer Stadt wie Zürich, die eine starke Zuwanderung auch aus dem Ausland verzeichnet, nicht für alle Verkehrsteilnehmenden verständlich ist, hat Bohrer nicht: «Wir sind in Zürich. Der grösste Teil der Bevölkerung versteht Züridüütsch.» Und für die, die den Spruch nicht auf Anhieb verstehen, sei ja der Name des Absenders auf den Plakaten zu sehen: Stadtpolizei Zürich. «Nachfragen ist erwünscht», sagt der Kampagnenleiter.

Um allfälligen Sprachproblemen vorzubeugen, ist die Botschaft der Kampagne auch zeichenhaft dargestellt: als eine Art orange Sonne mit fünf Strahlen und einem Herzen im Zentrum; Hand und Blinklicht in einem also, dabei im Grund herzensgut. Bleibt zu hoffen, dass beim Übersetzen dieser Zeichen und Worte keine Unfälle passieren.

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