Jahresrechnung 2020
54,6 Millionen Franken Plus: Trotz Corona schreibt die Stadt Zürich 2020 schwarze Zahlen

Die Stadt Zürich hat 2020 ein Plus von 54,6 Millionen Franken erzielt. Das Eigenkapital hat sich auf 1,544 Milliarden Franken erhöht und die langfristigen Schulden sind gesunken.

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Der Selbstfinanzierungsgrad lag bei 77,1 Prozent. Die langfristigen Schulden sanken um fast 66 Millionen Franken auf 4,861 Milliarden. Die Nettoinvestitionen ins Verwaltungsvermögen beliefen sich auch 919,4 Millionen Franken.

Der Selbstfinanzierungsgrad lag bei 77,1 Prozent. Die langfristigen Schulden sanken um fast 66 Millionen Franken auf 4,861 Milliarden. Die Nettoinvestitionen ins Verwaltungsvermögen beliefen sich auch 919,4 Millionen Franken.

Archivbild: zvg

(sda) Die Stadt Zürich hat im Jahr 2020 ein Plus von 54,6 Millionen Franken gemacht. Die Auswirkungen der Corona-Pandemie belasteten die städtische Rechnung mit 172 Millionen Franken.

«Ich hatte nie schlaflose Nächte, was die Finanzen der Stadt Zürich angeht», sagte Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) am Dienstag vor den Medien. Die Stadt habe jederzeit ungehindert investieren und finanzieren können. Allerdings würden die Auswirkungen der Corona-Pandemie wohl erst in den kommenden Jahren richtig spürbar, vor allem bei den Steuereinnahmen.

Letztes Jahr verzeichnete die Stadt Zürich 2,974 Milliarden Franken an Steuereinnahmen. Bei den natürlichen Personen sowie den Grundstückgewinnsteuern lagen die Erträge unter Budget. Bei den juristischen Personen wurden fast 13 Millionen Franken mehr eingenommen als geplant.

Insgesamt stand einem Aufwand von 8,795 Milliarden Franken ein Ertrag von 8,849 Milliarden gegenüber. Das zweckfreie Eigenkapital erhöhte sich auf Ende 2020 auf 1,544 Milliarden Franken, wie es an der Medienkonferenz hiess.

Die Nettoinvestitionen ins Verwaltungsvermögen beliefen sich auf 919,4 Millionen Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad lag bei 77,1 Prozent, die langfristigen Schulden sanken um fast 66 Millionen Franken auf 4,861 Milliarden. Seit 2014 konnten diese um 1,4 Milliarden Franken abgebaut werden.

Wertberichtigungen und Buchgewinne führten zum Plus

Für das Jahr 2020 war ein Ertragsüberschuss von 27,1 Millionen Franken budgetiert gewesen. Mit den vom Gemeinderat gesprochenen Nachtragskrediten und Globalbudget-Ergänzungen fällt das Rechnungsergebnis um über 152 Millionen Franken besser aus als geplant.

Dafür waren unter anderem ein besseres Ergebnis beim Finanzausgleich sowie Wertberichtigungen und Buchgewinne von Liegenschaften verantwortlich. Ausserdem hat der grösste Teil der Dienstabteilungen besser gewirtschaftet als budgetiert.

Unter die zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Pandemie fielen etwa Verluste durch das behördliche Betriebs- und Versammlungsverbot (fast 41 Millionen Franken), ein Buchverlust von gut 32 Millionen Franken durch die Beteiligung am Flughafen Zürich, Beschaffung von Schutzmaterial, etwa für Heime, (fast 31 Millionen Franken) oder wirtschaftliche Unterstützung (fast 15 Millionen Franken).

VBZ-Verlust kommt in zwei Jahren zum Tragen

Neben den künftigen Auswirkungen der Pandemie auf die Steuereinnahmen werde sich in den kommenden Jahren auch die Unternehmenssteuerreform negativ auf die Gewinnsteuern auswirken, sagte Leupi. Ausserdem werde sich die Stadt in zwei Jahren am Verlust der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) beteiligen müssen.

Sollte sich zudem der Arbeitsmarkt vom künftigen Wegfall der Kurzarbeitsentschädigung nicht erholen, werde das im Sozialbereich spürbar.

Der Stadtrat prüfe darum laufend Massnahmen, um einen stabilen Finanzhaushalt zu gewährleisten. «Wir haben aber keinen Grund für eine operative Hektik oder stressige Sparmassnahmen», sagte Leupi. Es sei genügend Eigenkapital vorhanden, um auch in schwierigen Jahren nicht ins Schwitzen zu kommen.

Der städtische Finanz- und Aufgabenplan sieht für die Jahre 2021 bis 2024 bisher jährliche Defizite zwischen 185,4 Millionen und 241,3 Millionen Franken vor.