180 Tage im Amt
Jacqueline Fehr: Justiz sei «Wunschdirektion» - im Nachhinein

Die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr (SP) fühlt sich wohl in der Direktion der Justiz und des Innern, deren Leitung sie vor einem halben Jahr übernahm. "Ich hätte wohl nicht den Mut gehabt, selbst diese Direktion zu wählen".

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SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr auf dem Sulzer-Areal in Winterthur.

SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr auf dem Sulzer-Areal in Winterthur.

Johanna Bossart

Die Wahl in die Kantonsregierung habe für sie den "Wechsel vom einsamen Fordern zum gemeinsamen Umsetzen" bedeutet. Sie sei in ihrer Direktion für "essentielle Fragen des Zusammenlebens" verantwortlich.

In ihrer neuen Funktion arbeite sie an vielen Themen weiter, mit denen sie sich in ihrer 17-jährigen Arbeit als nationale Parlamentarierin mit Leidenschaft beschäftigt habe, sagte die Sozialdemokratin. Als Beispiele erwähnte sie Lohngleichheit, Kinderschutz, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Opferhilfe und Integration.

Neu habe sie sich in die beiden staatlichen Kernaufgaben Strafverfolgung und Strafvollzug einarbeiten müssen, aber auch in den Zürcher Finanzausgleich, den sie als "Räderwerk mit einigen Geheimnissen" bezeichnete.

Cybercrime-Bekämpfung als Musterbeispiel für Zusammenarbeit

In ihrer Direktion herrsche ein ausgeprägter Geist der Teamarbeit. Ein Musterbeispiel für erfolgversprechende Zusammenarbeit ist laut Jacqueline Fehr das Kompetenzzentrum für Internetkriminalität (Cybercrime). In dem gemeinsamen Pilotprojekt arbeiten Kantonspolizei, Stadtpolizei Zürich und Staatsanwaltschaft zusammen.

Die SP-Politikerin lobte auch die Teamarbeit im Regierungsrat. "Wir schonen uns nicht, stellen kritische Fragen und weisen auf wunde Punkte hin", sagte die Justizdirektorin. Diese Zusammenarbeit sei konstruktiv, ergiebig und mache Spass.

Bei drei Schlüsselprojekten aus ihrer Direktion ist laut Fehr die Zusammenarbeit ebenfalls entscheidend: Bei der Strategie "Gemeinden 2030", beim "Risikoorientierten Sanktionenvollzug" (ROS), bei dem es um die Einschätzung der Gefährlichkeit von Straftätern geht, und beim Ausbau der elektronischen Dienstleistungen durch den Staat.

In einigen Bereichen seien die Erwartungen des Bundes und anderer Kantone an den Kanton Zürich gross. "Man schaut auf den Kanton Zürich und hofft, dass dieser Lösungen vorbereitet", sagte Fehr.